Wild am Wilhelmsplatz

Brasserie-Wirt eröffnet Lokal „Zum Stern“ in ehemaliger Radeberger Stubb

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Bald gibt es die ersten Wildgerichte im Lokal „Zum Stern“. Stefan Klemisch und Friedrich Pfeifer können es kaum erwarten.

Offenbach - In der ehemaligen Radeberger Stubb kehrt wieder Leben ein. Schon Ende dieser Woche eröffnet Beau-d´eau-Wirt Stefan Klemisch mit Koch Friedrich Pfeifer das Gasthaus „Zum Stern“. Von Christian Wachter

„Irgendwann waren wir an dem Punkt, wo wir für jeden Nagel die Wand neu verputzen mussten“, sagt Stefan Klemisch etwas erschöpft, aber auch voller Vorfreude. Vor einiger Zeit entschloss sich der Chef der Brasserie Beau d´eau, in der ehemaligen Radeberger Stubb nebenan ein neues Lokal zu eröffnen. Nun sind die Umbauarbeiten fast fertig, und schon Ende nächster Woche soll das Lokal „Zum Stern“ eröffnen. „Wir wollten etwas entwickeln, was noch nicht da ist, und bei der Nähe zur Brasserie bot sich das an“, so der Wirt. Wie beim Beau d´eau - der Name spielt auf den Kneipier Bodo Ziegler an - ist auch „Zum Stern“ nicht zufällig gewählt. Vielmehr soll der Name eine Hommage an den „Stern“ sein, das erste Gemeindewirtshaus Offenbachs, das bereits im 16. Jahrhundert in der heutigen Schlossstraße Gäste empfing. Für die Betreiber herausgefunden hat das der Autor Uwe Kauss, der extra die Archive wälzte. Diese Tradition soll nun wiederbelebt und modern interpretiert werden. Kulinarisch und organisatorisch dafür zuständig ist der vom Wiener Hof bekannte Chefkoch Friedrich Pfeifer.

Pfeifer gibt auch schon einmal einen Vorgeschmack darauf, was die Speisekarte so zu bieten hat. „Unser Schwerpunkt liegt auf Wild, das natürlich aus den regionalen Forstbetrieben kommt. Schließlich haben wir die Jagdreviere direkt um die Ecke“. Zudem habe man das Glück, durch eine Kooperation mit den „Worscht-Designern“ einige Gerichte ganz exklusiv anbieten zu können. Auch ansonsten legt man Wert auf Produkte aus dem Umland. „Der Fisch kommt aus einer Zucht in Seligenstadt, und für die Wochen- und Tageskarte werde ich auf dem Markt einkaufen“, so Friedrich.

Die Mischung aus Tradition und Moderne greift auch das Interieur auf. So besorgte sich Klemisch neben einer hochwertigen Kaffeemaschine beispielsweise 100 Jahre alte Stühle aus einem Frankfurter Antiquariat. Dabei war Klemisch lange weit davon entfernt, sich überhaupt um so etwas kümmern zu können. So musste ein neuer Hausanschluss her und die Küchentechnik komplett erneuert werden. „Ob Spengler, Schreiner, Elektriker, oder Küchenbauer, hier war so ziemlich jeder Handwerker, dazu noch ein Architekt“. Schnell sei nämlich klar geworden, wie viel Arbeit allein wegen der alten Technik auf sie zukomme.

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Die EVO habe etwa lange nicht zusichern können, dass es mit der Stromversorgung klappt. „Steckdose ist eben nicht gleich Steckdose, zum Glück hatten wir aber nur gute Leute, sodass wir jetzt endlich loslegen können“, erzählt Klemisch. Drinnen werden ungefähr 25 Gäste den leicht erhöhten Blick durch die erneuerten Scheiben auf den Markt genießen können. Selbstredend gibt es wie am Wilhelmsplatz üblich auch eine Außenbestuhlung. Über die dortigen Nachbarn kann Klemisch nur Positives berichten. So hätten ihn jene Gastronomen, die Erfahrung beim Betrieb mehrerer Gaststätten haben, mit wertvollen Anregungen und Kontakten versorgt. „Natürlich sind wir einerseits Konkurrenten, aber wir leben doch alle davon, dass die Leute auf den Wilhelmsplatz kommen.“ Vielleicht kann Klemisch diese Tipps schon bald weitergeben. Mit dem „Stäbchen“ schmeißt nämlich das Café wenige Meter weiter hin und macht Platz für eine andere Neueröffnung.

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