Wetterpark, Tierheim und Jugendfarm bieten buntes Programm

Buchhügel wird zum Feierhügel

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Einmal um die ganze Welt: Beim Sommerfest der Kinder- und Jugendfarm konnte sich vor allem der Nachwuchs austoben. Die Eltern leisteten dabei Unterstützung.

Offenbach - Feiern auf 190 Kilometern versprach der Regionalpark Rhein-Main für das Wochenende bei seinem sogenannten Rundroutenfest. Die Offenbacher feierten gestern ihr eigenes. Die Rundroute lag auf dem Buchhügel. Von Matthias Dahmer 

Was sich in den vergangenen Jahren schon bewährt hat, erfährt gestern Vertiefung: Tierheim, Wetterpark sowie Kinder- und Jugendfarm präsentieren sich jeweils an ihren Standorten, die – für Besucher äußerst komfortabel – weniger als 100 Meter auseinanderliegen. Wer an allen Stationen Halt macht, darf sich über ein Programm freuen, das an Vielfalt kaum zu überbieten ist. Am Vormittag kommt man indes nicht umhin, übers Wetter zu schimpfen. Während die Farm zu den Glücklichen gehört und erst am Nachmittag ihre Türen öffnet, geht es im und um das Besucherzentrum am Wetterpark erst so richtig los, als gegen 12 Uhr die ersten Sonnenstrahlen vom Himmel blinzeln – rund zwei Stunden später als geplant.

Tierfreunde sind da offenbar weniger empfindlich. Als das Tierheimfest um 11 Uhr startet, ist gleich mächtig Betrieb an den Ständen. Flohmarkt, Tombola, Infos, Beratung und Vorführungen locken die Gäste, nicht wenige kommen mit ihren Vierbeinern. Jürgen Eichenauer, Chef des Tierschutzvereins, der das Heim betreibt, kann angesichts des frühen Besucherstroms zufrieden sein. Die Arbeit der 40 Helfer, die das Fest vorbereitet haben, hat sich gelohnt.

Bei der Frage, was das Heim am nötigsten braucht, zögert Eichenauer keine Sekunde: „Geld“. Zwar nagen die Tierschützer nicht am Hungertuch, doch die laufenden Kosten sind immens. Allein für den Tierarzt seien um die 4000 Euro pro Monat fällig, so der Vorsitzende. Kein Wunder, bei etwa 20 Hunden, 40 Katzen und mehreren Dutzend Kleintieren, die das Heim derzeit betreut. Wünschenswert seien Patenschaften mit regelmäßigen monatlichen Beträgen. Mit mindestens zehn Euro pro Monat kann man helfen.

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Listenhunde – „Schreiben Sie bloß nicht Kampfhunde“, sagt Eichenauer – sind offenbar kein Thema mehr auf dem Buchchügel. Grad mal einer hat im Moment seine Bleibe im Tierheim. Die Schicksale, um die sich Leiterin Gudrun Lincke und ihr Team kümmern müssen, werden deshalb aber nicht weniger. Gerade am vergangenen Freitag, mitten in den Vorbereitungen fürs Fest, seien zwei völlig verwahrloste Hunde und fünf ebensolche Meerschweinchen abgegeben worden, berichtet Lincke. Der Zustand der Tiere sei so schlimm gewesen, dass es ihr die Tränen in die Augen getrieben habe. „Das war ein schwarzer Freitag“, sagt sie.

Freuen kann sich Jürgen Eichenauer darüber, dass immer wieder mal Tierfreunde ihr Vermögen dem Verein vermachen. „Das stecken wir in die Instandhaltung der 40 Jahre alten Gebäude.“ Konfliktfrei, erzählt der Vereinsvorsitzende, sei das Verhältnis zum unmittelbar angrenzenden Kleingärtnerverein Süd. Dessen Chef Zacharias Leis, der den Tierschützern gerade einen Kuchen fürs Buffet vorbeigebracht hat, kann das nur bestätigen.

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Auf die Nachbarn kann auch der Wetterpark zählen. Die Siedlergemeinschaft und die Sportler der Gemaa Tempelsee – die auf ihrem Gelände gleichzeitig eine Boule-Bahn einweihen – gehören zu den festen Akteuren bei den Wetterpark-Festen. So eröffnet gestern eine gekonnte Vorführung der Gemaa-Turnabteilung das Geschehen. Ina Mpantis, Leiterin des Besucherzentrums, berichtet von jährlich steigenden Zahlen. Vor Eröffnung des Zentrums seien es 300 Führungen gewesen, mittlerweile liege man schon bei 450. Jürgen Möller, Chef der Offenbacher Stadtinformations-Gesellschaft, hofft, in ein bis zwei Jahren eine weitere Station sowie mittelfristig einen Rundweg im Wetterpark zu haben.

Dass die Kinder- und Jugendfarm ein beliebter Treffpunkt für den Nachwuchs ist, zeigt sich am Nachmittag: Unter anderem Tombola, Stelzenkaufen, Schatzsuche, Stockbrot am Lagerfeuer ziehen zahlreiche Gäste an. Verbunden sind alle drei Feste durch eine Rallye: Wer auf einer Laufkarte Fragen zu den jeweiligen Stationen richtig beantwortet, wird mit einem Präsent belohnt.

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