Eine Frau fürs höchste Amt der Stadt

CDU schlägt Jutta Nothacker als OB-Kandidatin vor

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CDU-Parteichef Stefan Grüttner, der sich 1993 selbst für das Amt des Offenbacher Oberbürgermeisters bewarb, stellte gestern Jutta Nothacker als Unionskandidatin für die OB-Wahl im Herbst des nächsten Jahres vor.

Offenbach - Mit Jutta Nothacker, ehemalige Vize-Landrätin des Rheingau-Taunus-Kreises, will die Offenbacher CDU eine Frau ins Rennen ums Oberbürgermeisteramt schicken. Der Kreisvorstand der Union stellte die Kandidatin gestern vor. Von Matthias Dahmer

Nominiert werden soll die gebürtige Offenbacherin bei einem CDU-Parteitag am 17.Dezember. Ein genauer Termin für die Oberbürgermeister-Direktwahl steht noch nicht fest, er wird vermutlich im September 2017 sein. Jutta Nothacker, Jahrgang 1961, war von 1998 bis 2008 Bürgermeisterin von Glashütten, in dem 5500 Einwohner zählenden Taunusstädtchen wohnt sie seit 1995. Aufgewachsen ist die verheiratete Mutter einer 22-jährigen Tochter in Obertshausen, wo sie 34 Jahre lang gelebt hat. Nach ihrem Bürgermeisteramt war sie bis 2011 Kämmerin und Vize-Landrätin des 17 Kommunen und insgesamt 185 000 Einwohner zählenden Rheingau-Taunus-Kreises. Aufgrund geänderter politischer Mehrheiten wurde sie im September 2011 aus diesem Amt abberufen.

Seit März 2012 ist die Diplom-Betriebswirtin, die ihr Studium an der Fachhochschule der Bundesbank absolvierte, Geschäftsführerin der landeseigenen Stiftung Flughafen Frankfurt. Sie zeichnet in diesem Teilzeit-Job für die Vergabe eines Topfes von Fördergeldern für regionale Projekte in Höhe von einer Million Euro verantwortlich. Das Geld entstammt der Dividende, die das Land Hessen als Anteilseignerin von Fraport erhält. Ihr Vorgänger war Bernd Abeln (CDU), Ex-Bürgermeister von Dreieich und Vorsitzender des Kreistags. CDU-Parteichef Stefan Grüttner betont, mit Blick auf die nächste OB-Wahl, die unter veränderten Mehrheitsverhältnissen stattfindet, habe er sich frühzeitig mit Kämmerer Peter Freier abgestimmt. Der bestätigt, er wolle sich auf sein neues Amt konzentrieren, das ihn „herausfordere und erfülle.“ Da könne man nicht so nebenbei einen Wahlkampf machen. Freier und Grüttner heben hervor: Jutta Nothacker sei eine gestandene Kommunalpolitikerin, die ihr Geschäft verstehe und die zudem stark vernetzt sei.

Grüttner ist sich zudem sicher, dass sie als Kandidatin von außerhalb einen anderen Blickwinkel mitbringt und auch die Offenbacher Union von Erfahrung und Wissen der Kandidatin profitiere. Er hofft, dass sich die Partner in der Tansania-Koalition von der CDU-Kandidatin überzeugen lassen und auf eigene verzichten. „Es wäre hilfreich, wenn die Kräfte gebündelt würden“, so der CDU-Parteichef. Der Koalitionsvertrag enthält keine Vereinbarung, wonach man sich auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigen muss. Jutta Nothacker begreift Offenbach als „Herausforderung“, ist gleichzeitig überzeugt: „Ich passe hierher.“ Zu den Schwerpunkt-Themen zählt sie die Stadtentwicklung, Bildung und Integration sowie die Haushaltskonsolidierung. Als Oberbürgermeisterin werde sie sich zudem in besonderem Maße dafür einsetzen, dass die Belastungen durch den Flughafen minimiert würden.

Horst Schneider bleibt Oberbürgermeister

Bis auf Walter Suermann, der von 1980 bis 1986 Oberbürgermeister war, gelang es in jüngerer Vergangenheit keinem Kandidaten der Offenbacher CDU den Sessel des Offenbacher Verwaltungschefs zu erobern. Seit der OB direkt gewählt wird, scheiterten Stefan Grüttner und Günter Hammann an Gerhard Grandke (SPD), Alfred Kayser und zuletzt 2011 Peter Freier bei nur 24,3 Prozent Wahlbeteiligung am amtierenden Horst Schneider (SPD).

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