Dr. Claudia Nagel

Lilitempel hat eine neue Besitzerin

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Etwa sieben Meter hoch ragt die Decke des Lilitempels. Dessen neue Besitzerin, Dr. Claudia Nagel, fühlt sich in diesem großzügigen Ambiente wohl.

Offenbach - Der Lilitempel hat eine neue Besitzerin: Dr. Claudia Nagel hat das Metzlersche Badehaus erworben. Mittlerweile ist die Unternehmensberaterin mit ihrer Firma an der Mainstraße angekommen. Kunstveranstaltungen will sie in ihrer Arbeitsstätte aber fortführen. Von Peter Klein

Ein angestrengter Blick in das Kameraauge neben dem Eingang. Kein Summen ertönt. Claudia Nagel schreitet die Kastanienallee hinab, öffnet das eiserne Tor und begrüßt den Gast. „Ich empfange meine Gäste persönlich, das ist doch viel netter“, sagt sie schmunzelnd. Sie hat in Paris, London und New York gelebt, zwei Bücher und unzählige wissenschaftliche Beiträge geschrieben. Sie hat Spitzenmanager in Großunternehmen und Banken beraten und war Vorsitzende des Verbandes deutscher Unternehmerinnen. Nun hat sie ihren Lebensmittelpunkt nach Offenbach verlegt. Denn die 51-Jährige hat den Lilitempel gekauft und ist mit ihrer Beratungsfirma Nagel & Company an den Main gezogen.

Gerade erst hat sie ein Rosenbeet anlegen und Bäume stutzen lassen. „Ich bin ja noch nicht solange hier, gerade erst seit März“, sagt sie. Die künstlerische Veranstaltungsreihe „Ariadnes Faden“ will sie trotzdem fortsetzen und auch eine Vernissage von zwei Künstlerinnen hat es bereits gegeben. Da wird sich noch einiges entwickeln, ist sich die Betriebswirtin und Psychoanalytikerin sicher. „Das ist ja ein schöner Ort und schöne Orte sind immer auch mit Verpflichtungen verbunden“, sagt Dr. Claudia Nagel, die in Frankfurt unter anderem Mitglied im Patronatsverein der Oper Frankfurt, sowie im Museumsverein Städel ist und den Freunden und Förderern der Alten Oper angehört.

Zuletzt arbeitete sie im Frankfurter Westend und suchte dort ein größeres Domizil für ihre Firma. Der Lilitempel gefiel ihr sofort. Beruflich begleitet sie auf psychologischer Basis die digitale Transformation von Unternehmen. Den Übergang vom Traditionellen in die Moderne findet sie in ihrem neuen Domizil, das aus dem im 18. Jahrhundert errichteten Tempel und gläsernem Anbau vom Anfang der 2000er-Jahre des Designmöbel-Händlers Volker Hohmann besteht.

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Ähnlich wie dem Erbauer, dem Frankfurter Bankier Metzler, ist ihr der Sprung über den Main nicht schwergefallen. Sie genießt die Vorzüge des Standortes, und schwärmt wie einstmals schon Goethe von der Nähe zum Main und zum Büsingpark, von den vielen alten Kastanienbäumen auf Grundstück und Park. „Es ist ja nicht mehr so, dass Offenbach die kleine schäbige Schwester von Frankfurt ist“, sagt Claudia Nagel. Eigentlich könnten beide Städte gut kooperieren, dort Frankfurt mit seinem Bankensektor, und hier Offenbach mit dem kreativen Part und Dienstleistungssektor. „Offenbach hat mit seinem multikulturellen Flair etwas, dass es nirgends anders gibt. Dazu noch die HfG und die vielen Kreativen in der Stadt“, sagt die Unternehmensberaterin.

Obwohl noch kein halbes Jahr hier, hat sich Claudia Nagel gut in Offenbach eingelebt. „Es ist persönlicher als in Frankfurt“. Sie schätzt den Wilhelmsplatz, das Ambiente von Bürgel oder Rumpenheim mit seinem Schloss. Sie geht am Mainufer laufen und hat angefangen zu rudern. Daneben ist sie Mitglied in der französisch-reformierten Kirche geworden, da ihre Vorfahren Hugenotten waren. „Offenbach bietet viele Möglichkeiten sich einzubringen, da bietet so eine Kirche auch Raum, ein Heimatgefühl zu entwickeln“, sagt Nagel.

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