Operation an der Hauptschlagader II

Dauerbaustelle auf der A3 startet

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3 plus 4 gibt 7: Der Fahrstreifen in der Mitte – hier durch Betonschutzwände begrenzt – wird zu den Hauptverkehrszeiten nach Frankfurt oder von Frankfurt weg freigegeben.

Offenbach - Auf der A3 im Rhein-Main-Gebiet unterwegs zu sein ist ohnehin nicht vergnügungssteuerpflichtig. In den nächsten Monaten aber wird’s richtig anstrengend: Großbaustelle zwischen Obertshausen und Offenbach. Von Ralf Enders

2014 war die Fahrbahn in Richtung Süden dran, ab der nächsten Woche und bis voraussichtlich Ende November dieses Jahres wird die Autobahn, die mit 133.000 Fahrzeugen täglich zu den meistbefahrenen in Deutschland gehört, auf einer Länge von sechs Kilometern in Richtung Norden „grundhaft erneuert“. Davon spricht die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, wenn die Fahrbahndecke wegen Flickstellen, Rissen, Spurrinnen und Durchbrüchen komplett ausgetauscht werden muss. Zudem bekommt die A3 in diesem Abschnitt eine neue Frostschutzschicht, zwei neue Nothaltebuchten für havarierte Fahrzeuge während der Seitenstreifenfreigabe, teilweise neue Leitplanken sowie im Mittelstreifen eine neue Betonschutzwand und Entwässerungsanlage.

Viel Arbeit für die tapferen Straßenbauer, die eigentlich schon am Mittwoch loslegen wollten. Verzögerungen bei den Vorarbeiten haben jedoch dafür gesorgt, dass es erst nächste Woche losgeht, wie Monica Bielesch, Sprecherin von Hessen Mobil, auf Anfrage mitteilte. Der genaue Tag stehe noch nicht fest. Bewegliche Betonschutzwände und gelbe Markierungen sind bereits aufgestellt, beziehungsweise aufgetragen.

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Die eigentliche Baustelle lässt noch Platz für sieben Fahrspuren. Wie bereits 2014 praktiziert Hessen Mobil die sogenannte Wechselverkehrsführung. Heißt: Drei Spuren stehen immer in jede Richtung zur Verfügung. Nr. 4 in der Mitte soll die Rushhour erträglich machen: Sie wird morgens in Richtung Frankfurt und nachmittags von Frankfurt weg freigegeben. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten bleibt der vierte Streifen gesperrt. Nach den leidvollen Erfahrungen mit zahlreichen Unfällen vor zwei Jahren plant Hessen Mobil diesmal weitere Maßnahmen, um die Großbaustelle sicherer zu machen:

  • breitere Fahrstreifen durch neues Konzept für Betonschutzwände
  • niedrigere Schutzwände gegen den „Kanaleffekt“
  • alle 500 Meter eine schnell zu öffnende Notbucht
  • Sperrung des Parkplatzes Hainbach
  • mehr Geschwindigkeitskontrollen
  • mehr Videoüberwachung
  • zudem haben die Planer auf freie Nebenstrecken geachtet. Die eigentlich geplante Erneuerung der Ampelanlage an der Kempinski-Kreuzung bei Gravenbruch etwa wurde auf 2017 verschoben.

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