Mehr als 500 Offenbacher Schüler dabei

Duathlon „Swim and Run“: Sportunterricht mal anders

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Das Ziel vor Augen: Je nach Altersklasse war die Laufstrecke zwischen 300 und 1200 Meter lang.

Offenbach - „Wo ist meine Badekappe?!“ Hektik macht sich breit bei der kleinen Starterin so knapp vor dem Beginn ihres Wettkampfs. Nach einer kurzen Suche die Erleichterung. Die Badekapp’ hat sie dabei, und auch die Schwimmbrille sitzt. Von Steffen Müller 

Schnell aus dem Wasser: Beim Disziplinwechsel nach dem Schwimmen durfte keine Zeit verloren gehen.

Ist am anderen Ende des Schwimmbeckens auch alles vorbereitet? T-Shirt, Laufschuhe, Handtuch zum Abtrocknen? Ist es. Es kann los gehen für das kleine Mädchen, das in der Altersklasse 2008 und Jünger am diesjährigen „Swim and Run“ der Offenbacher Schulen. teilnimmt. Erst heißt es für sie und ihre Konkurrentinnen 50 Meter schwimmen und dann 300 Meter laufen. Die älteren Jahrgänge müssen längere Distanzen zurücklegen. Eine Pause zwischen den Disziplinen gibt es nicht. In der Wechselzone müssen so schnell wie möglich Laufschuhe und T-Shirt angezogen werden, um keine Zeit zu verlieren. Dass alle Teilnehmer korrekt gekleidet auf die Laufstrecke gehen, darauf achten die Helfer von den Offenbacher Schwimmvereinen, die an roten Shirts gut zu erkennen sind. Gesponsert werden die Helfer-Outfits von der Stadt Offenbach, die den Wettbewerb seit 2006 veranstaltet und auch das Startgeld übernimmt. In diesem Jahr ist die Teilnahme besonders hoch. Mehr als 500 Offenbacher Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis sechs haben sich angemeldet. „Wir haben über das Schulamt alle Schulen noch einmal angeschrieben“, freut sich Marion Müller vom Amt für Kultur- und Sportmanagement. Dieser Aufwand habe sich gelohnt.

Entsprechend groß ist das Gedrängel. Sowohl beim Start am Becken, als auch auf dem weitläufigen Gelände der Rosenhöhe. Eltern und Freunde sind gekommen, um die Teilnehmer anzufeuern. Auch das Organisationsteam hat alle Hände voll zu tun. „Am Wettkampftag gibt es immer wieder ein paar krankheitsbedingte Absagen“, berichtet Marion Müller. Doch nicht alle Verhinderten melden sich ab. So kommt es, dass sich die Starts zu den einzelnen Rennen immer wieder verzögern. Startnummern werden ausgerufen, bei den Kindern, die am Beckenrand warten, spürt man die Anspannung.

Swim and Run auf der Rosenhöhe: Bilder

Dann der Countdown. Von „10“ wird heruntergezählt. Viele der Teilnehmer schwimmen allerdings schon bei „2“ los. Bestraft wird der Fehlstart nicht. Dabei bringt er einen großen Vorteil. Denn bei bis zu 59 Startern in einer Altersklasse wird es im Wasser eng. Doch das Feld zieht sich schnell auseinander. Beim Schwimmen werden große Leistungsunterschiede bei den Schülern sichtbar. Und zwar nicht nur bei den jüngsten Wettkämpfern, für die Schwimmen noch kein Pflichtunterricht an der Schule ist. Auch bei den älteren Jahrgängen von weiterführenden Schulen sind einige Kinder dabei, die sich mit dem Schwimmen sehr schwer tun. „Wir haben einen großen Zulauf von Fünftklässlern, die nicht schwimmen können“, berichtet Tobias Knöfler von der Albert-Schweitzer-Schule. Dabei ist Schwimmunterricht an der Grundschule eigentlich Pflicht, die Schwimmbad-Situation in Offenbach aber schwierig.

Doch auch weniger gute Schwimmer haben Spaß. Getreu dem Olympischen Motto „Dabei sein ist alles.“ Schließlich gibt es für alle Applaus und ein Finisher-T-Shirt. Und einen Tag schulfrei. Erst schwimmen, dann laufen: Der Duathlon Swim and Run lockte wieder viele Schüler auf die Rosenhöhe. Das Ergebnis ist dabei zweitrangig. Der Spaß steht im Vordergrund.

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