Ermittlungsverfahren eingeleitet

Dünne Fakten: Schüsse im Polizeirevier geben Rätsel auf

Offenbach - Schüsse im Polizeirevier. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Nach drei Tagen eine mehr als schmale Pressemeldung, die mehr Fragen offen lässt, als sie beantwortet. Fast wie ein Tatort-Drehbuch stellt sich bisher eine Geschichte dar, die in Offenbach gespielt hat und noch spielt. Von Martin Kuhn

Die dünnen Fakten: Ein 31-Jähriger ist im 1. Revier durch drei Schüsse an Beinen und an einer Hand verletzt worden. Wie und vor allem warum die Angelegenheit am Samstagmorgen eskalierte, bleibt im Dunkeln. Eindeutig ist hingegen die strafrechtliche Komponente: Ein Ermittlungsverfahren gegen den oder die Beamten ist eingeleitet. „Das ist ein ganz normaler Prozess“, heißt es aus Polizeikreisen. Die Staatsanwaltschaft wird penibel prüfen, wie es zu der Körperverletzung gekommen ist, verweigert momentan jede weitere Auskunft. Von Interesse dürfte die Vorgeschichte sein. Der später Verletzte stoppte gegen 7.45 Uhr in Bieber auf offener Straße einen Wagen. Als der 66-jährige Fahrer protestierte, soll der Mann ihn mit einem Schwert (in der Scheide steckend) geschlagen und leicht verletzt haben. Nach dem Notruf, dass ein Mann mit Schwert durch Bieber laufe, rasten mehrere Streifen nach Bieber und nahmen ihn fest. Auf der Wache erfolgte der „überraschende Angriff“; möglicherweise nach Anordnung einer Blutentnahme, da es Hinweise auf Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch gab. Dabei fielen die drei Schüsse. Warum, ist offen. „Da muss schon einiges passieren“, heißt es unter der Hand im Präsidium. Fest steht: Der finale Gebrauch der Schusswaffe gegen Menschen ist und bleibt die Ausnahme. In Offenbach soll das in den vergangenen zehn Jahren einmal passiert sein.

Archivbilder

Tödliche Schüsse in Rodgau

Rubriklistenbild: © dpa

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