Edgar Reichert wollte schon immer mit Metall arbeiten

Das Ziel stets vor Augen

+
Gemeinsam mit Susan Kazda hat Edgar Reichert an seiner Bewerbung gearbeitet. Beim Übergangsmanagement der Stadt nahm der Bachschüler zusätzlich Nachhilfe. Nun beginnt der 17-Jährige im September eine Ausbildung bei Siemens.  

Offenbach -  Den richtigen Ausbildungsplatz zu finden, ist nicht leicht. Die Noten in der Schule müssen gut sein, das Bewerbungsschreiben überzeugen. Von Steffen Müller

Wie Edgar Reichert es mit Hilfe des städtischen Übergangsmanagement schaffte, eine Lehrstelle bei Siemens zu bekommen, schildert der heutige Teil unserer Serie „Wege in die Ausbildung“. Edgar Reichert strahlt. Der 17-Jährige kann es kaum erwarten, dass am 1. September endlich seine Ausbildung beginnt. Bei Siemens in Fechenheim wird der Offenbacher dann zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet. In diese Richtung tendierte er bereits im Grundschulalter. „Schon damals hat mir Arbeiten mit Metall im Werkunterricht viel Spaß gemacht“, verrät Edgar.

Als in der Schule die Noten schlechter wurden, drohte der Traum jedoch zu platzen. Vor allem in Mathe hatte Edgar Probleme. Der Bachschüler wandte sich an das Übergangsmanagement, das Jugendlichen bei der Suche nach einer Ausbildung hilft, und lernte Susan Kazda kennen. Die Mitarbeiterin der städtischen Einrichtung betreut gemeinsam mit ihrer Kollegin Brigitte Kümbel das Projekt BerEb, kurz für Berufseinstiegsbegleitung. In Räumen der ehemaligen Hassia-Fabrik bekommen die Teilnehmer Nachhilfe und werden bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. Das Angebot ist komplett freiwillig und kostenlos, 37 Schüler, die kurz vor ihrem Hauptschulabschluss standen, wurden im vergangenen Jahr betreut. Allen „Klienten“ konnten Kazda und Kümbel weiterhelfen. Entweder durch eine erfolgreiche Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder durch die Vermittlung an eine Berufsfachschule.

Jetzt wird BerEb in seiner bisherigen Ausrichtung eingestellt, das Angebot wird auf andere Projekte umverteilt. Nachhilfe wird beim Übergangsmanagement ohnehin projektunabhängig angeboten, Hilfe beim Bewerbungsschreiben gibt es von nun an bei der Servicestelle Kausa.

Top Ten der unbeliebten Berufe

Für Edgar Reichert war das Angebot ein Glücksfall. Durch die Nachhilfe haben sich nicht nur seine Noten verbessert, auch die Unterstützung von Susan Kazda beim Bewerbungsschreiben hat ihm geholfen. Mit seiner Betreuerin hat Edgar über seine Stärken und Vorlieben gesprochen und so ein individuelles Anschreiben verfasst, das seine Interessen und Fähigkeiten hervorhebt. Rund 20 Bewerbungen hat Edgar verschickt, zu sechs Gesprächen wurde er eingeladen. Damit hat er vergleichsweise schnell einen Ausbildungsplatz gefunden. Häufig seien 60 bis 70 Bewerbungen nötig, bis es eine Zusage gebe, berichtet Kazda. Einen Bonus bei den Betrieben gebe es durch die Teilnahme an BerEb aber nicht.

Die freie Stelle bei Siemens hat Edgar im Internet über die Jobbörse gefunden. Nach einem erfolgreichen Online-Test und dem Vorstellungsgespräch erfolgte die Zusage. Bei seiner Bewerbung kam Edgar zugute, dass er schon früh wusste, was er wollte. Bei der Ausbildungsmesse „gOFfit“ hat er sich bei mehreren Firmen vorgestellt und ein zweiwöchiges Schulpraktikum als Konstruktionsmechaniker, der dem Beruf des Metalltechnikers ähnelt, gemacht. Ein Praktikum oder eine Probearbeit in dem gewünschten Ausbildungsberuf ist heute für eine erfolgreiche Bewerbung beinahe unumgänglich. Edgar hat bei seinem Weg in die Ausbildung alles richtig gemacht. Er hatte ein klares Ziel und holte sich Hilfe, als sein Traum zu platzen drohte. Der Aufwand hat sich gelohnt. Kein Wunder, dass der 17-Jährige strahlt.

Wie werde ich..? Beton- und Stahlbetonbauer

Kommentare