Industriebrache ist Geschichte

Ehemaliges Mato-Gelände: Investor wartet auf grünes Licht

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Entlang der einstigen Industriebahntrasse steht der Bauzaun. Auf dem ehemaligen Mato-Gelände ist bis auf letzte Bodenuntersuchungen alles für den Baustart von insgesamt 30 Reihen- und Doppelhäusern sowie weiteren 30 Wohnungen vorbereitet.

Offenbach - Auf dem ehemaligen Mato-Gelände an der Bieberer Straße ist alles vorbereitet für eine Wohnbebauung. Obwohl das Regierungspräsidium (RP) noch den Abschluss der Altlastensanierung bestätigen muss, haben alle geplanten Objekte bereits einen Käufer gefunden. Von Matthias Dahmer

Das mit dem grünen Licht vom RP sei nur noch eine Formalie, versichert Wolfgang Fuchs, der beim Bauherrn, dem Wiesbadener Unternehmen Traumhaus, für Projektentwicklung und Vertrieb zuständig ist. Traumhaus wird auf dem 11.500 Quadratmeter großen Areal (der Verkäufer, die Firma Mato, muss es von Altlasten befreien) für fast 20 Millionen Euro 30 Reihen- und Doppelhäuser sowie 30 Wohnungen in einem mehrgeschossigen Bau entlang der Leibnizstraße errichten. Während die Reihen- und Doppelhäuser laut Fuchs bereits alle vergeben sind, ist der Verkaufsstart für die Wohnungen für September geplant. Auch für das markante denkmalgeschützte Eingangsgebäude an der Bieberer Straße gibt es Interessenten. RP-Sprecher Christoph Süß dämpft indes ein wenig die Hoffnung auf eine schnell zu erledigende Formalie: Er bestätigt, die Sanierung des Geländes sei zwar weitgehend abgeschlossen. Es seien aber noch weitere Aushubmaßnahmen wegen vorhandener Restbelastungen nötig. „Auch liegt noch keine Abschlussdokumentation zur Bodensanierung vor, so dass eine abschließende Aussage zum gesamten Betriebsgelände derzeit noch nicht möglich ist“, so der RP-Sprecher.

Verkäufer des Areals ist die Ende der 80er-Jahre nach Mühlheim umgezogenen Metallwarenfirma Mato (Maschinen-und Metallwarenfabrik Matthaei GmbH), die dem Gelände seinen Namen gab. Die Geschichte des Industrieareals reicht noch viel länger zurück: In den Jahren 1922/23 errichtete die Zelluloidwarenfabrik Schmetzer an der Kreuzung von Bieberer Straße und Industriebahn einen neuen Firmenkomplex. In den Jahren der Weltwirtschaftskrise erwarb die Firma Curt Matthaei die Anlage und passte sie ihrer Produktion an. Ab 1994 entdeckten nach und nach Künstler den Charme der Industriebauten an der Bieberer Straße 215-217 für sich und bezogen Ateliers.

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Es entstand eine Art Künstlerkolonie. 20 Jahre lang wurden die Mietverträge Jahr um Jahr verlängert. 2002 präsentierten sich erstmals 23 bildende Künstler, 2003 gründeten 17 von ihnen die Galerie Kunst-Raum Mato deren Ausstellungsraum im Zentrum der Fabrik lag. Im Frühjahr 2014 mussten die Kunstschaffenden das Gelände dann wegen des geplanten Verkaufs räumen.

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