Umweltamt kündigt Baumfällungen an

Bieberauen: Eichen müssen weichen

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Die Bieberauen sind nicht nur Naturschutz- sondern auch Naherholungsgebiet. Für den Erhalt des Biotops muss die Stadt Bäume südlich der Bremer Straße fällen.

Bieber - Das Forstamt schlägt in den kommenden zwei Wochen Bäume und Büsche in den Bieberauen südlich der Bremer Straße. Besorgten Bürgern sei jedoch gesagt: Die Rodung geschieht im Sinne der Natur.

Wachtel, Kiebitz und Rebhuhn, Eidechsen und Insekten haben in den Bieberauen einen geschützen Lebensraum gefunden. Um den zu erhalten, ist laut Umweltamt regelmäßige Pflege nötig. Auch wenn es zunächst paradox klingt: Um das Naturschutzgebiet zu bewahren, muss gemäht und gefällt werden. In Abstimmung zwischen dem Amt für ländlichen Raum in Bad Homburg, Hessen-Forst und der Stadt Offenbach werden in den kommenden zwei Wochen Bäume in den Bieberauen gefällt und Gebüsche gerodet. „Um die am Waldsaum wachsenden und in die Wiesen drängenden Gehölze auf ein naturverträgliches Maß zurückzunehmen“, heißt es in der Pressemitteilung des Umweltamts. In den Auen sei ein starker Aufwuchs von Gehölzen zu beobachten, der jetzt entfernt werden müsse. Nur so gelinge es, die Wiesenflächen in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten, erläutern die Experten.

Maximal 30 größere Bäume wird das Forstamt schlagen. Dabei handelt es sich überwiegend um Eichen im Süden des Gebiets. Die Bieberauen gelten als „strukturreiche, umfassend genutzte Mähwiesen von sowohl planarer (in der Ebene gelegen) als auch submontaner (unterhalb des Mittelgebirges liegend) Beschaffenheit“. Sie sind wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna. Nicht zuletzt durch ihre ausgeprägte Weite bieten die Wiesen mit ihrer Vielzahl an Kräutern und Blumen ein Heim für viele Tierarten. Diese Landschaft ist nicht nur wertvoll für die Artenvielfalt, sondern auch als Naherholungsgebiet.

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Das Forstamt lässt außerhalb der Brut- und Setzzeit, die von März bis September dauert, arbeiten. Dafür wurden im Vorfeld konkrete Bäume gekennzeichnet. Die Arbeiten werden in Abschnitten über mehrere Jahre verteilt erfolgen, damit die Natur genug Zeit hat, sich zu erholen. Die beteiligten Ämter bitten die Bevölkerung um Verständnis für die geplanten Rodungen in den Bieberauen. Nähere Informationen können bei den Experten des Umweltamtes per E-Mail an umweltamt@offenbach.de eingeholt werden. (san/pso)

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