Einbruchserien in Bürgel und Rumpenheim

Wut und Enttäuschung bei Kleingärtnern

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Durch ein Loch im Zaun haben sich die Einbrecher Zugang zu der Anlage des Obst- und Gartebauvereins Rumpenheim verschafft. Der Vereinsvorsitzende Rudolf Sommer ist enttäuscht. Innerhalb von drei Wochen wurde drei Mal bei den Kleingärtnern eingebrochen und 34 von 51 Lauben durchsucht.

Offenbach - Drei Einbruchserien in drei Wochen: Die Kleingartenanlage des Obst- und Gartebauvereins Rumpenheim war in jüngster Zeit vermehrt Ziel von bislang unbekannten Tätern. Auch beim Kleingartenverein in Bürgel häufen sich die Einbrüche. Von Steffen Müller 

Die Betroffenen fühlen sich machtlos und sind bitter enttäuscht. Der Rasen ist saftig grün, die Himbeeren knackig rot, an den Bäumen hängen die ersten reifen Pflaumen, Blumen blühen. Die Anlage des Obst- und Gartenbauvereins Rumpenheim ist eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit im hektischen Offenbacher Großstadtdschungel. Doch das Idyll trügt. „Es könnte so schön sein“, sagt Rudolf Sommer. Doch seit dem 25. Juni ist die Stimmung bei dem OGV-Vorsitzenden und allen angesiedelten Kleingärtnern gekippt. Zwar sei auch in der Vergangenheit immer wieder mal in die Anlage eingebrochen worden, doch in diesem Sommer häufen sich die Straftaten. „Einbrüche gab es immer, aber so massiv wie in diesem Jahr war es noch nie“, sagt Sommer, der seit zehn Jahren Vorsitzender des OGV Rumpenheim ist.

Gleich drei Mal binnen kürzester Zeit verschafften sich Täter Zugang zu der Anlange, brachen in 34 von 51 Parzellen ein, in einige doppelt. Die Einbrecher kamen immer nachts. Am 24. Juni, am 11. Juli und nur drei Tage später, am 14. Juli, erneut. Zu holen gab es aber nicht viel: Pfandflaschen, eine alte Brille, ein Radio, eine Kaffee-Maschine, Geschirr, ein Werkzeugkoffer und etwas Metall. Weder besonders wertvoll, noch unersetzlich. Die Versicherung zahlt. Auch die schwere Tür zum Vereinsheim, die mit viel Kraft aufgestemmt wurde, ist mittlerweile ersetzt worden. Auf das Modell mit der höchsten Sicherheit hat Sommer allerdings verzichtet. „Wenn die Täter wollen, kommen sie hier sowieso irgendwie rein“, sagt er.

Neben Hilflosigkeit herrschen bei Sommer und den 160 Mitgliedern des OGV Unsicherheit, Frust und Wut. „Da kann einem die Lust vergehen“, meint Sommer und berichtet von Vereinsmitgliedern, die bereits angedeutet haben, mit dem Kleingärtnern aufzuhören, sollte es mit den Einbrüchen weitergehen. Sommer zeigt Verständnis. „Wir kämpfen hier gegen Windmühlen. Es ist sehr schade für alle. Die Leute investieren viel Zeit und Geld und kommen morgens mit der Angst her, dass in der Nacht etwas passiert sein könnte.“ Doch es gibt nur wenig Hoffnung auf ein schnelles Ende der Einbruchserie. Die Kleingartenanlage an der Clara-Grein-Straße bietet für Eindringlinge paradiesische Zustände. Nachts ist das Gelände vollkommen verlassen, Übernachtungen in den Hütten sind nicht erlaubt. Die abgeschiedene Lage, flankiert von Schlosspark und Feldern, bietet schwer einzusehenden Zugang von allen Seiten.

Bilder: Feuer in Gartenhütte und Bauwagen

Sommer hofft auf mehr Polizeipräsenz, weiß aber auch, dass das mit der Personalsituation bei den Ordnungshütern schwer zu bewerkstelligen sein wird. Von Seiten der Pressestelle der Polizei heißt es nebulös, dass „der Brennpunkt bekannt ist und gemäß der Lageentwicklung reagiert wird“. Sommer sieht die Politiker in der Pflicht, mehr Beamte einzustellen, und denkt nun über Videoüberwachung nach, um potenzielle Einbrecher abzuschrecken. Über seine Pläne will der Vorsitzende die Vereinsmitglieder am Samstag bei einer außerordentlichen Versammlung informieren.

Auch beim Kleingartenverein in Bürgel besteht Gesprächsbedarf. Auch hier ist die Zahl der Einbrüche zuletzt gestiegen. „Fast jede Woche kommen mindestens einmal Diebe. Bei einem Mitglied ist in diesem Jahr bereits sechs Mal eingebrochen worden“, berichtet der Vorsitzende Michael Dorn. Gestohlen werden Lebensmittel und Werkzeuge. Ärgerlich seien aber besonders die Sachschäden an den Türen. Dorn sieht kaum Möglichkeiten, wie man der Einbruchserie Herr werden kann. „Videoüberwachung ist bei uns schwierig. Wir haben acht Anlagen und über 270 Gärten. Ich kann nicht in jeder Anlage sechs Kameras installieren.“

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