Aus Marplan-Gebäude soll Hotel werden

Eine Herberge am Marktplatz

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Bislang künden von außen nur Bauzaun, Bagger und Container vom Umbau des ehemaligen Marplan-Gebäudes zu einem Hotel. Auch innen haben erste Sanierungsarbeiten begonnen. Die Immobilie war im Wege der Zwangsversteigerung von einer Bietergemeinschaft erworben worden.

Offenbach - Der Umbau hat schon begonnen: Aus dem ehemaligen Marplan-Gebäude soll ein Hotel werden. Die Stadt erwartet, dass die Käufer der zwangsversteigerten Immobilie bald den Bauantrag stellen. Von Matthias Dahmer 

Wer in diesen Tagen am Marktplatz vorbeikommt, für den ist es unübersehbar: Am und im Hochhaus mit der offiziellen Adresse Marktplatz 9 tut sich was. Die siebenstöckige Immobilie in bester Innenstadtlage, die längere Zeit leer stand, wird zu einem Hotel umgebaut. Eine Bietergemeinschaft um den türkischen Geschäftsmann Faris Ertekin hat das Gebäude Ende des vergangenen Jahres für 1,8 Millionen Euro bei einer Zwangsversteigerung erworben. Im Rathaus geht man davon aus, dass in den nächsten Tagen ein Bauantrag gestellt wird. Die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten im Haus seien nicht genehmigungspflichtig, heißt es.

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Die Vorgeschichte der Immobilie ist eng mit der Stadtentwicklung verknüpft: Das Gebäude ist ein Vermächtnis des 70er-Jahre-Baulöwen Karl-Heinz Reese, der Offenbachs City jede Menge Beton und die sogenannte zweite Ebene beschert hat. Zu den ersten und langjährigen Mietern zählten die Marktforscher von Marplan, die fünf der sieben Etagen gemietet hatten. Im Jahre 2008 wurde das Gewerbeobjekt unter Zwangsverwaltung gestellt, nachdem der damalige Eigner, eine bundesweit tätige Immobiliengesellschaft, pleite gegangen war.

Mit der Insolvenz von Marplan 2010 fiel der Hauptmieter weg, das Haus kam unter den Hammer. Die vermeintliche Rettung war Ende 2012 ein Araber. Der Mann aus Kuwait setzte seine Unterschrift unter einen Kaufvertrag über 2,5 Millionen Euro, hinterlegte in bar eine Sicherheitsleistung von 310.000 Euro – und ließ dann nie mehr etwas von sich hören. Die Bietergemeinschaft um Geschäftsmann Ertekin hatte sich bereits vor einem Jahr bei einem Zwangsversteigerungstermin um Marktplatz 9 bemüht. Als Verkehrswert waren 2,06 Millionen Euro angegeben. Das Bieter-Trio bot letztlich erfolglos 1,7 Millionen.

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Was genau die neuen Erwerber planen, welche Art von Hotel entstehen soll, ist unklar. Eterkin war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Wie zu hören war, soll im Erdgeschoss der Immobilie, in dem sich einst eine Apotheke befand, Platz für zwei Läden geschaffen werden. Darüber seien die Hotel-Räume vorgesehen. 350 Quadratmeter sind die Stockwerke jeweils groß, die dritte Etage ist fast komplett mit Parkett ausgelegt.

Während am Marktplatz die Vorbereitungen auf eine neue Herberge laufen, sind um die Ecke – an der Berliner Straße – Pläne für eine solche wohl in weite Ferne gerückt. Wie berichtet, wollte in die oberen Stockwerke des 120 Meter hohen City Towers ein Holiday-Inn-Hotel einziehen. 15 Millionen Euro sollten in den Umbau gesteckt werden. Doch nach der Übernahme von Offenbachs höchstem Gebäude im vergangenen Jahr durch die Publity AG, einen Finanzinvestor aus Leipzig, ist davon keine Rede mehr.

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