Der Anwaltsverein rät:

Eltern haften bei Halloween-Streich

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Symbolbild

Offenbach - Wenn Kinder verkleidet durch die Straßen ziehen, Süßes fordern und im Weigerungsfall mit Saurem drohen – dann ist Halloween. Was zu tun ist, wenn es schief läuft am 31. Oktober, dazu informiert der Offenbacher Anwaltsverein.

Klingelstreiche, Umbau der Dekoration im Vorgarten oder den Zaun mit Toilettenpapier umwickeln, ist aus rechtlicher Sicht kein Problem sagt Rechtsanwalt Franz-Josef Seidler, Vorsitzender des Offenbacher Anwaltsvereins. Werden allerdings Türschlösser verklebt, Feuerwerkskörper in Briefkästen geworfen oder Ketchup an Hauswände geschmiert, hört der Spaß auf. Denn das gilt als Sachbeschädigung. Meist, so Seidler weiter, müssen die Eltern für Schäden durch Halloweenstreiche haften und zum Beispiel für die Reinigung beziehungsweise ein neues Türschloss aufkommen. Das gilt allerdings nicht immer: Dem Bürgerlichen Gesetzbuch zufolge sind Kinder ab sieben Jahren „deliktfähig“. Sie können dann theoretisch für Schäden haftbar gemacht werden, die sie verursachen. Ob das wirklich eintritt, das hängt allerdings vom Einzelfall ab. Entscheidend ist unter anderem die Einsichtsfähigkeit des Kindes, ob die Eltern das Kind vorher darüber aufgeklärt haben, was erlaubt ist, und ob sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Teilweise springt auch die private Haftpflichtversicherung ein.

In manchen Fällen sind allerdings strafrechtliche Konsequenzen möglich: Wirft ein Kind zum Beispiel Eier auf fahrende Autos und verursacht damit einen Unfall, droht eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Wie lange Jugendliche auf öffentlichen Halloweenpartys oder generell in Kneipen bleiben dürfen, regelt das Jugendschutzgesetz. „Findet die Halloweenparty in einer Disco oder einem Club statt, dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bis 24 Uhr daran teilnehmen“, so Seidler. Kindern und Jugendliche unter 16 Jahren ist das nur erlaubt, wenn eine erziehungsbeauftragte Person sie begleitet.

Bilder: Halloween-Spukhaus auf dem oberen Steinberg

Erwachsene Halloween-Fans dürfen natürlich so lange ausgehen, wie sie möchten. Fahren sie mit dem Auto zur Party, ist aber Vorsicht geboten. Vor allem, wenn sie verkleidet am Steuer sitzen. Denn das Kostüm darf Sichtfeld, Gehör und Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Verursacht man wegen der Verkleidung einen Unfall, drohen Schadenersatzforderungen, Bußgelder und gegebenenfalls strafrechtliche Konsequenzen. (mad)

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