IHK: Autobahn zügig ausbauen

Kritik am Verkehrswegeplan: „Engpass auf A3 beseitigen“

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Kein seltenes Bild: Stau auf der A3.

Offenbach/Hanau - Nicht nur bei Unfällen in Baustellen auf der A3 fallen Staus lang aus. Deshalb macht sich die IHK Offenbach für einen zügigen Ausbau der Autobahn stark. Von Marc Kuhn

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach fordert einen höheren Stellenwert für die Autobahn 3 zwischen dem Offenbacher Kreuz und der Anschlussstelle Hanau im Bundesverkehrswegeplan. Zudem solle sie auf acht Fahrstreifen erweitert werden mit einer zeitweisen Freigabe der Seitenstreifen. „Kilometerlange Staus sind auf der A3 zwischen Offenbach und Hanau an der Tagesordnung“, erklärte gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. „Die Ausweichverkehre belasten die entlang der Autobahn liegenden Kommunen.“ Der Schaden für die Wirtschaft sei hoch, weil Arbeitnehmer, Zulieferer und Kunden Zeit verlieren würden. „Zwei zentrale Standortfaktoren der Region – Lage und Anbindung – leiden erheblich.“ Diese Situation werde sich verschärfen. „Das Rhein-Main-Gebiet ist eine Zuzugsregion“, sagte Weinbrenner. Laut Hessens Statistischem Landesamt wachse die Bevölkerung bis 2030 in der Stadt Offenbach um 9,3 Prozent und im Kreis um 8,7 Prozent. Die Pendlerströme und Güterverkehre würden deshalb zunehmen. „Daher benötigen wir auch in Zukunft im Osten der Metropolregion eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur“, forderte Weinbrenner.

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Der Umbau des Autobahnkreuzes Offenbach sei schon im ersten Entwurf als prioritär bewertet, der A3-Abschnitt zwischen dem Frankfurter und dem Offenbacher Kreuz nachträglich in den vordringlichen Bedarf hochgestuft worden, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Das reiche aber nicht aus. Der Engpass liege auf der sich anschließenden Strecke bis zur Anschlussstelle Hanau, die bei einer Verbreiterung der Autobahn zwischen Frankfurt und Offenbach noch mehr zum Nadelöhr werde. Zudem könne nur bei Neubau oder der wesentlichen Änderung einer Straße ein höherer Lärmschutz geltend gemacht werden. Für die an der Strecke liegenden Wohngebiete biete dies die Chance, besser vom Lärm abgeschirmt zu werden. Darüber hinaus würden durch die Auflösung des Engpasses die Ausweichverkehre auf der Hauptverkehrsachse gebündelt und die Städte entlastet.

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Die Ausrichtung des Verkehrswegeplans auf „Erhalt vor Neubau“ und „Engpassbeseitigung in hoch belasteten Korridoren“ bewertet Weinbrenner positiv. „Umso unverständlicher ist die Entscheidung, diesen Abschnitt nur in die Kategorie ‚Weiterer Bedarf mit Planungsrecht‘ einzuordnen. Ausschließlich Projekte, die im vordringlichen Bedarf des Plans stehen, haben eine Chance auf Realisierung bis 2030.“

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