Fall Mark Herbert

Hohe Haftstrafe im Prozess um brutale Schläge gefordert

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Mark Herbert (vorne, 2. von rechts) sitzt seit dem brutalen Angriff im Rollstuhl.

Offenbach - Im Prozess um brutale Schläge bei einem Fest in Offenbach hat die Staatsanwaltschaft neun Jahre Haft für den Angeklagten gefordert.

Die Verteidiger des heute 30-Jährigen sprachen sich am Donnerstag vor dem Landgericht Darmstadt für eine Strafe von maximal fünf Jahren Haft wegen einer einfachen Körperverletzung aus. Der Anwalt des Opfers als Nebenkläger forderte dagegen wegen versuchten Totschlags zwölf Jahre Haft.

Bei dem Vorfall vor vier Jahren auf dem Aussichtsturmfest in Offenbach waren bei Mark H. drei Halswirbel gebrochen, er sitzt seither im Rollstuhl. Der Angriff habe "unglaubliche Brutalität zu Tage treten lassen", sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Der Angeklagte habe H. am Kragen gepackt und seinen Kopf mit voller Wucht gegen die Wand des Turmes gerammt. "Eine schwerere Körperverletzung kann man sich kaum vorstellen", sagte der Staatsanwalt. Das sei nahe dran an einem versuchten Totschlag.

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Die Verteidiger sehen dagegen nur eine einfache und keine schwere Körperverletzung als gegeben an. Keiner der Zeugen habe den Vorfall wie vom Staatsanwalt beschrieben geschildert. H. und der Angeklagte hätten sich einvernehmlich zu einer Schlägerei verabredet. "Das muss das Gericht berücksichtigen", forderte Anwalt Armin Golzem. Was dann passierte, bezeichnete Golzem als "schrecklichen Unfall".

Der Angeklagte selbst sagte am Donnerstag, er bereue jeden Tag, sich auf die Auseinandersetzung eingelassen zu haben und fügte hinzu: "Ich habe ihn nie gegen die Wand geschleudert. Ich darf hier nicht als Monster hingestellt werden." Medizinische Gutachter hatten die Darstellung der Anklage aufgrund der Verletzungsmuster bei H. jedoch als nachvollziehbar bezeichnet. Ein Urteil in dem Prozess sollte noch am Donnerstag fallen.

Bilder: Prozess gegen Schläger von Mark Herbert 

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