Offenbach und Frankfurt

Feurige Fusionsgedanken bei der Berufsfeuerwehr

+
Oft gemeinsam im Einsatz: Die Offenbacher und Frankfurter Feuerwehr, hier bei der Wasserrettung auf dem Main.

Offenbach - Der Anblick ist in Offenbach durchaus ein gewohnter: Bei vielen Einsätzen begleitet die Frankfurter Feuerwehr ihre hiesigen Kollegen, unterstützt sie mit Arbeitskraft und Material. Von Veronika Schade 

Eine gesetzliche Pflicht und zugleich eine interkommunale Zusammenarbeit, wie Oberbürgermeister Horst Schneider sie gern sieht. Er schließt es nicht aus, sogar noch einen Schritt weiter zu gehen. „Eine gemeinsame Feuerwehr mit Frankfurt ist für mich vorstellbar“, sagt der Verwaltungschef. Skeptischer sieht Feuerwehrleiter Uwe Sauer die feurigen Fusionsgedanken. Frankfurt und Offenbach arbeiteten ohnehin eng miteinander. Der Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan werde eingehalten. Zu Schneiders Vorschlag meint er: „Manches klingt auf den ersten Blick verlockend, ist es aber bei näherer Betrachtung doch nicht.“

Hintergrund der OB- Überlegung ist eine Entlastung des Etats. „Das Land fordert im Schutzschirmvertrag interkommunale Zusammenarbeit“, erklärt Schneider. Gut umgesetzt worden sei sie zum Beispiel bei der Zusammenlegung des Dietzenbacher mit dem Offenbacher Standesamt. Mit Frankfurt habe die Stadt gemeinsame Projekte etwa im Wohnungsbau, im Nahverkehr oder in der Kultur, etwa den gemeinsamen Stadtbibliotheksausweis. Der OB sieht „kein grundsätzliches Problem darin, gemeinsam auch die Feuerwehr zu organisieren“.

950 Stellen gibt es in der gesamten Stadtverwaltung, davon sind 144 bezahlte Planstellen bei der Feuerwehr. „Ein großer Brocken“, findet Schneider angesichts einer Verwaltung, die ihre Leistungen mit geringstmöglichem Personalaufwand vollbringen muss. Zumal sich die Aufgaben der Wehr stark verändert hätten. „Der vorbeugende Brandschutz funktioniert super, große Brände werden immer weniger“, sagt der OB und regt deshalb an, „Synergien zu erkunden“. Etwa in Form einer gemeinsamen Leitstelle mit dezentralen Stützpunkten, so dass überall eine gleichbleibende Versorgung gewährleistet bleibe.

Feuerwehrdezernent Felix Schwenke verweist darauf, dass gerade die Rettungsleitstelle einer der wenigen refinanzierten Bereiche innerhalb der Feuerwehr sei. Trotzdem stehe er jedem Einsparvorschlag offen gegenüber. „Beim Zusammenschluss käme es extrem auf die vertraglichen Bedingungen an“, sagt er. Es sei kaum vorstellbar, dass Frankfurt ein Angebot machen werde, das sich für Offenbach rechne. Ihm seien in ganz Hessen keine Beispiele von Städten bekannt, in denen Feuerwehren fusionierten. Aber nicht mal der Kreis Offenbach betreibe eine gemeinsame Leitstelle mit der Stadt. „Wir bräuchten eine konkrete, pfiffige Idee“, so Schwenke. Im Moment aber fehle der Ansatzpunkt.

Feuerwehr probt Ernstfall in Dietzenbach

Feuerwehr probt Ernstfall

Kommentare