Neue Wege und mehr Grün

Fördergelder vom Land fließen in ehemaliges Allessa-Gelände

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Das ehemalige Allessa-Gelände zwischen Main und Mühlheimer Straße soll auch eine öffentliche Fläche werden.

Offenbach - Die Stadt Offenbach profitiert erneut vom Programm „Stadtumbau in Hessen“. Nun übergab Umweltministerin Priska Hinz in Wiesbaden den ersten Bewilligungsbescheid an Oberbürgermeister Horst Schneider und Matthias Seiler von der Abteilung Stadtentwicklung und Städtebau. Gedacht ist das Geld für die Revitalisierung des früheren Allessa-Geländes.

Mit den 420 .000 Euro fürs erste Jahr startet Offenbach die Vorbereitungen und Planungen für die Umstrukturierung der überwiegenden Werksbrache am Mainufer und die Anbindung an Verkehrswege. „Das verdanken wir unseren Planungszielen: Neue Wege und Begrünung des Werksgeländes, der Rückbau früherer Betriebserweiterungen in den Kuhmühlgraben sowie dessen Renaturierung“, sagt Matthias Seiler. Das Gelände der früheren Farbwerke Hoechst soll zudem über die Laskabrücke an die Bundesstraße 448 angeschlossen werden. Dafür soll aus den Fördermitteln eine Machbarkeitsstudie finanziert werden. „So schließen wir eine Lücke im Verkehrsnetz, die derzeit die Entwicklung im Osten hemmt“, freut sich der Oberbürgermeister. Der zu entwickelnde städtebauliche Entwurf orientiert sich am Masterplan. So wird das Areal nach innen und außen erschlossen; eine Achse bindet es an den Verkehrsknoten Mühlheimer Straße/Obere Grenzstraße an. Der Werkspark wird öffentliche Grünfläche. Bis 2026 kann Offenbach nun jährlich konkrete Anträge stellen. Die Höhe der Förderung hängt von den jeweiligen Projekten ab.

Das Stadtumbau-Programm wird in Hessen zum zweiten Mal aufgelegt. Der erste Aufruf half Offenbach bei der Umstrukturierung des ehemaligen MAN-Roland-Geländes in der Christian-Pleß-Straße. Mit etwa 35 Hektar ist der Industriepark etwa zehnmal so groß; die geschätzten Investitionen liegen dann auch bei rund 17,5 Millionen Euro. Das Programm unterstützt kommunale Investitionen in Planungen, Beteiligungsveranstaltungen, Projektvorbereitungen und Baumaßnahmen. Die Kosten teilen sich normalerweise Stadt, Land und Bund zu gleichen Teilen. Offenbach aber muss meist nicht mehr als ein Viertel selbst tragen.

Hessen hat die Ausrichtung geändert: Bisherige Schwerpunkte lagen auf der Bewältigung des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels. 2016 kam die Förderung von Klimaschutz und Anpassung der Kommunen an den Klimawandel dazu. Im Programm der „Sozialen Stadt“ hat Offenbach für das Mathildenviertel insgesamt zehn Millionen Euro investiert, die zu rund 75 Prozent durch Bundes- und Landesmittel finanziert wurden; beim Stadtumbau auf dem früheren Roland-Areal werden es bis zum Abschluss des Projektes – voraussichtlich 2018 – insgesamt mehr als vier Millionen Euro sein, die zu gut 75 Prozent von Land und Bund stammen.

Das Chemie-Gelände gehört der Schweizer Firma Clariant. Sie organisiert den Rückbau der Anlagen und stimmt ein Altlastensanierungskonzept mit der Fachbehörde ab. Aktuell befinden sich das Pelletwerk des Energieversorgers EVO und kleinere Dienstleistungsunternehmen auf dem Gelände, auf dem die meisten Oberflächen versiegelt sind. An das Straßennetz ist das Gebiet lediglich über die zentrale Werkszufahrt angebunden. Für einen Anschluss an das Kanalnetz muss das Gebiet erst neu erschlossen werden.

Großbrand in Pellet-Fabrik auf Allessa-Gelände

Mit Hilfe der Förderung von Bund und Land will Offenbach das Gelände jetzt attraktiv für Unternehmen und Investoren machen. Der Kuhmühlgraben wird aus seinem Versteck unter dem Werksgelände befreit. Eine Verbreiterung des Mainufers stärkt den Naherholungswert. Das Stadtklima verbessern Entsiegelung, neue Grünflächen und Baumpflanzungen sowie die Vernetzung von Biotopstrukturen.

Erhalten bleiben unter Denkmalschutz stehenden Gebäude: die ehemalige Fabrikantenvilla und ein historisches Sozialgebäude im Westen, das Verwaltungsgebäude an der Mainstraße sowie zwei Werkshallen östlich der Pelletanlage. Geschaffen werden zusätzlich öffentliche Räume mit „guter Aufenthaltsqualität“ – beispielsweise die Fortsetzung des historischen Anlagenringes und die Verknüpfung mit dem Mainufer. (pso)

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