Radler-Kontrolle der Stadtpolizei

Fußgänger haben Vorrang

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Julia Böhmer beriet Bürger an einem der vergangenen Aktionstage in der Offenbacher Fußgängerzone.

Offenbach - Seit mehr als drei Monaten dürfen Radfahrende ganztägig die Offenbacher Fußgängerzone befahren. Vertreter der Stadt Offenbach und der Kampagne „Offenbach fährt fair“ werben heute wieder in Höhe der Löwenapotheke um Rücksichtnahme.

Viele der Radler in der Frankfurter Straße, der Herrnstraße und der Großen Marktstraße, auf Stadthof, Alice- und Hugenottenplatz verhielten sich dabei bereits rücksichtsvoll, lautet das bisherige offizielle Fazit. Die Menschen auf zwei Rädern räumten gemäß der Straßenverkehrsordnung auch jenen Vorrang ein, die auf zwei Füßen unterwegs seien, heißt es. Einzelne Radfahrer jedoch setzen die Pedalgemeinde mit rücksichtslosen Schlängelfahrten in hohem Tempo in schlechtes Licht. Die Stadtpolizei kontrolliert deshalb verstärkt Radler in der Fußgängerzone.

„Erfahrungsgemäß sind es eher jüngere Radfahrer, die wenig Gefühl für die notwendige Rücksichtnahme zeigen“, sagt Juliane Böhmer von der Fachhochschule Erfurt, die den Modellversuch der Öffnung in Offenbach wissenschaftlich begleitet und beurteilt. „Insbesondere ältere Leute erschrecken, wenn man zu dicht und in zu hohem Tempo an ihnen vorbei fährt.“ Manche Radler fahren zudem direkt an den Geschäften entlang: Dort kann es sehr schnell zu Kollisionen kommen.

„Radfahrer dürfen Fußgänger weder gefährden noch behindern“, betont Rolf Schmidt, der Radverkehrsbeauftragte der Stadt. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich oft völlig unvorhersehbar bewegen ebenso wie für Hunde an der Leine: „Das müssen Radfahrer einkalkulieren und lieber einen großen Bogen fahren.“ Um das Gefahrenpotenzial zu entschärfen, kontrolliert die Stadtpolizei verstärkt in der Fußgängerzone. Täglich sollen Fußstreifen nach zu schnell oder zu dicht vorbeifahrenden Radfahrern Ausschau halten und sie stoppen.

Damit es nicht so weit kommen muss, bauen die Stadt-Leute und die Offenbach-fährt-fair-Multiplikatoren heute ihren Infostand an der Löwenapotheke auf. Ihre Botschaft lautet „Achtsam mit dem Rad fahren“ – und dies gilt eben ganz besonders in der Fußgängerzone. Die Aktion gehört zur Kampagne „Radsam“ und diese wiederum zur europäischen Woche der Mobilität. (tk)

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