Doppelter Grund zum Feiern

Geschwister-Scholl-Schule wird 50 Jahre

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Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der GSS präsentierten die Schüler ihre Arbeiten aus der Projektwoche.

Bieber - Die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Zumindest den Räumen sieht man das Alter auch an. Doch das wird sich ändern, denn die GSS kann sich über Geld aus dem Förderprogramm zur Schulbausanierung freuen. Von David Heisig 

Wer Geburtstag hat, hat sich ein Ständchen verdient. Das beherzigten Schüler und Lehrer der Geschwister Scholl-Schule, die zu der akademischen Feier eingeladen hatten und neben ehemaligen Absolventen auch Gäste aus der Politik begrüßten. „Es ist der Ausdruck der Schulkultur“, freut sich Schulleiterin Fanny Mülot über das große Geburtstagsfest. Alleine eine akademische Feier sei nicht der richtige Rahmen zum Feiern an der GSS. Die Schüler haben daher in einer Projektwoche die Festivität vorbereitet. Überall in der Schule gibt es die Resultate zu bewundern. An einem Stand gibt es selbst gemachte Seife, ein paar Meter weiter werden Taschen verkauft. Natürlich mit GSS-Logo. Man wolle „Identität schaffen“, berichtet Stufenleiter Alexander Burkart. In dem von ihm betreuten Projekt haben die Schüler eine Kunstausstellung erarbeitet. Eigenportraits in Form von Fotos sind Resultate von Selbstreflektion.

Für die Ehemaligen gibt es ein Café der Erinnerungen. „Die bringen ganz schön was auf die Beine“, sagt ein Mann, der selbst vor 40 Jahren auf die GSS gegangen ist. Neben der Sporthalle wird eine Boulderwand zum Klettern eröffnet. Es ist das neueste soziale Projekt der Schule sagt Mülot. Entwicklung sozialer Kompetenz sei ein wichtiges Schulprinzip. Das Erlernen von Kletterfähigkeiten gehe nur im Team. Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) lässt es sich nicht nehmen, die erste offizielle Klettertour zu unternehmen.

Auch die festliche Eröffnung des Nachmittags in der Sporthalle ist Ergebnis der viertägigen Vorbereitung. Die eigens gegründete Schulband spielt munter auf, es gibt Theater, und bei der Zirkusnummer stockt den Zuschauern der Atem. Natürlich bringen auch honorige Gäste ihr Geburtstagsständchen: In Form von Grußworten oder repräsentativer Anwesenheit. Die Leiterin des Staatlichen Schulamts, Susanne Meißner, betont, wie sich die GSS von einer Schule für den Stadtteil und die Generation der Babyboomer zu einer Lehranstalt für alle Offenbacher entwickelt habe.

2009 wurde sie in eine Integrierte Gesamtschule gewandelt. Der Fokus liegt hier auf gemeinsamen Lernen von Haupt-, Real- und Gymnasialschülern. Der ehemalige und wohl auch künftige Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) freut sich, dass die Schule den sozialen Wandel sehr gut hinbekommen habe. Noch vor nicht allzu langer Zeit habe „oftmals die Polizei vor dem Schultor gestanden“, sagt er. Er meint das nicht despektierlich. Die GSS hat soziale Fragen in größerem Ausmaß zu bewältigen. Mulöt tritt daher auch vehement dem Eindruck entgegen, man sei eine Art Auffangbecken für Schüler, die an anderen Schulen keinen Platz fänden. Die Akzeptanz sei hoch. Viele machten die GSS mittlerweile zu ihrer Erstwahl.

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Mülot betont, die Herausforderung für die GSS sei es, eine „Schule in der heutigen Zeit zu sein“. Gerade die Gesamtschule als Schulform sei besonders geeignet, dass jeder Schüler nach seinen individuellen Fähigkeiten seinen Weg steuern könne. Daher nehme man jeden auf.

Peter Schneider verkündet in seinen Grußworten Erfreuliches. Die Stadtverordnetenversammlung wolle noch in diesem Jahr die Schule mit Geld aus dem Förderprogramm zur Schulsanierung unterstützen. Was auch den Ausbau der Schule auf sechs fünfte Klassen berücksichtige. Die GSS sei „dran und daran wird nicht gerüttelt“, verspricht er. 15 Millionen sollen fließen. Burkart erklärt den baulichen Bedarf. Nicht nur eine Vergrößerung der Kapazität sei dringend notwendig. Zwar wurde etwa die Cafeteria neu gebaut. Allerdings ist am Großteil der Gebäude seit der Eröffnung nichts gemacht worden. Allein die klimatischen Verhältnisse seien eine Katastrophe. Im Sommer sei es in den Räumen so heiß, dass der Unterricht falls möglich ins Freie verlagert werde. Nach europäischer Ausschreibung und Architektensuche sollen 2017 die Bagger anrollen. Indes: Hören kann man deren Motoren noch nicht.

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