Beim Gassigehen ist die Sorge immer mit dabei

Offenbach - In Berlin zählten Tierschützer 30 vergiftete Hunde. In Regensburg präparierte ein Täter Wurststückchen mit Stecknadeln. In Albstadt verendeten fünf Hunde. Alles Meldungen der vergangenen Wochen. Von Martin Kuhn

Es ist ein bundesweit verbreitetes Unding, wie sich manche Zeitgenossen gegen die Ignoranz an einem Ende der Hundeleine zu wehren erhoffen. Auch in Offenbach sorgen sich Halter vermehrt um ihre vierbeinigen Lieblinge.

Erst sollen in der Bieberer Feldgemarkung vergiftete Köder ausgelegt worden sein. Nun wird’s auch aus Biebernsee, Waldheim und vom Wetterpark gemeldet. Keine Frage: Die Angst ist beim Gassiführen ein ständiger Begleiter. „Wir gehen jeder Sache nach“, versucht Polizeisprecherin Kirsten Krüger zu beruhigen – gerade nach den Befürchtungen von Hundehaltern Ende April in Bieber. 

Auslegen vergifteter Köder nicht strafbar

Die Möglichkeiten der Ordnungshüter sind derzeit allerdings begrenzt. Rein formal ist allein das Auslegen vergifteter Köder kein Straftatbestand. Das wird es erst, wenn ein Tier daran verendet – eine juristische Grauzone, die sicher für Ungläubigkeit sorgen wird. Bislang liegt der Offenbacher Polizei aber nur eine Anzeige eines Hundehalters aus Bieber vor. Krüger: „Die Betroffenen sollten sich sofort auf den Revieren melden. Nur dann können wir gezielt tätig werden.“

Um die Anzeige kümmert sich das K 23/24 (Umwelt/Tiere). Die erwähnte Einschränkung: Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes kennt keinen Tötungsversuch. Und die Polizeisprecherin bedauert: „Wir könnten mehr ausrichten, wenn uns die Hundehalter einen vergifteten Köder vorlegen oder wenigstens die Stellen nennen, um die es geht.“ Nach den ersten Beobachtungen seien die Kollegen in Bieber gewesen und hätten mit Hundehaltern gesprochen – weitere Anzeigen folgten allerdings nicht.

Attacken auf die vierbeinigen Freunde

Offenbar scheuen sich viele vor diesem Schritt, fürchten unter Umständen weitere hinterhältige Attacken auf ihre vierbeinigen Freunde. So wohl jene Offenbacherin, die sich zwar in der Redaktion meldet, ihren Namen aber lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Mit ihrem Spaniel-Beagle ist sie entlang der Lachwiesen auf festen Runden unterwegs. Sie berichtet, wobei sie sich auf andere Gassigänger bezieht: „ Eine Familie musste mit ihrem Hund in eine Tierklinik; glücklicherweise ist er nicht gestorben.“

Sie alle vermuten vergiftete Köder, die einer ausgelegt hat. Nach ihren Worten sind die Hundehalter in Waldheim und Biebernsee verunsichert, meiden unübersichtliches Terrain. Ihre Sorge gilt auch Rehen, Füchsen, Feldhasen. Eine andere Anruferin ist entsetzt: „Die Behörden sollten Hundehalter warnen.“

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Beagle Ibefisch

Mehr zum Thema

Kommentare