Großbaustelle und wechselnde Verkehrsführung

Es wird richtig eng auf der A3: Autobreite ein Problem

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Archivbild

Obertshausen/Offenbach - Am morgigen Freitag geht’s los: An der Großbaustelle auf der A3 zwischen Obertshausen und dem Offenbacher Kreuz wird die sogenannte Wechselverkehrsführung aktiviert. Die Feuerwehr in Neu-Isenburg zeigt sich schon mal gerüstet. Von Ralf Enders

Die letzten Vorarbeiten für die grundlegende Erneuerung der A3 zwischen der Anschlussstelle Obertshausen und dem Offenbacher Kreuz sind fast abgeschlossen. An diesem Freitagmorgen sollen die Autofahrer in Richtung Frankfurt erstmals die Wechselspur nutzen, die ihre Richtung viermal täglich dem Verkehrsfluss anpasst. Dies teilte die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil gestern mit. Diese Maßnahme mit beweglichen Betonwänden hat Hessen Mobil bereits vor zwei Jahren bei der Sanierung in der Gegenrichtung praktiziert. Drei verengte Baustellenspuren in jede Richtung sind immer befahrbar, die vierte in der Mitte soll die Rushhour an Werktagen erträglicher machen. Die Verkehrsteilnehmer werden über die bestehenden Anzeigetafeln und zusätzliche LED-Tafeln informiert, welche Fahrstreifen aktuell frei sind.

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Die Bauarbeiten auf der Autobahn 3, mit durchschnittlich 133.000 Fahrzeugen am Tag eine der meistbefahrenen in Deutschland, dauern voraussichtlich bis Ende November dieses Jahres. Cornelius Blanke, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen, hält die wechselnde Freigabe eines Fahrstreifens grundsätzlich für sinnvoll, weil sie „dem Verkehrsfluss Rechnung trägt“. Aber der Fachmann mahnt: „Voraussetzung ist, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die Regelungen halten.“ Vor allem bei der Einfahrt in Autobahnbaustellen würden Fehler begangen: zu schnelle Geschwindigkeit etwa oder riskante Spurwechsel in letzter Sekunde. Das „dickste“ Problem in den verengten Baustellenspuren aber sei die Breite heutiger Autos. „Viele wissen nicht, wie breit ihr Auto wirklich ist“, sagt Blanke. Das steht zwar in der Zulassungsbescheinigung I (früher Kfz-Schein) – aber ohne Spiegel. Wer’s genau wissen will, muss zum Maßband greifen. Dann werden aus 1,94 Meter schnell 2,20 Meter – und somit ein Fahrverbot für die linke Spur in der Baustelle gemäß Verkehrszeichen 264.

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Unterdessen will die Feuerwehr in Neu-Isenburg der größeren Unfallgefahr nicht unvorbereitet gegenüberstehen. „Erfahrungen mit der Baustelle in der Gegenrichtung vor zwei Jahren haben gezeigt, dass es trotz allen Vorkehrungen manchmal nicht möglich ist, mit den großen Feuerwehrfahrzeugen bis direkt an verunglückte Autos heranzukommen“, sagt Pressesprecher Andreas Kronhart. Problem: Rettungsscheren sind in der Regel hydraulisch betrieben, brauchen also eine Schlauchverbindung zum Einsatzfahrzeug. Nun haben die Neu-Isenburger Wehrleute – auch mit Blick auf die A3-Baustelle – Geräte im Einsatz, die mit Akkus laufen und so leichter zum Unfallort gebracht werden können. Denn auf funktionierende Rettungsgassen in der Baustelle möchten sich die Retter nicht verlassen.

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