Hochstapeln für die Grundschulversorgung

Hafenschule unterrichtet jetzt in vier Klassen-Containern

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Per Kran werden die angelieferten Container auf die bestehenden Klassenraummodule gesetzt.

Offenbach - Das Provisorium auf dem Hof der Schillerschule ist jetzt doppelstöckig. Ab kommendem Schuljahr lernen Grundschüler aus dem Nordend auch in gestapelten Containern.

Die für den Bezirk zuständige Goetheschule ist bereits seit dem vergangenen Jahr heillos überfüllt; die derzeit nur als Verwaltungseinheit existente „Hafenschule“ ist sozusagen ihre Überlaufeinrichtung, bis der Neubau an der Hafenallee im Schuljahr 2017/18 bezogen werden kann. Zwei neue „Raummodule“, wie sie offiziell heißen, wurden draufgesetzt. Für die Schulkinder, die Ende August in ihr erstes Schuljahr starten, wäre ansonsten im Ausweichquartier der Goetheschule nicht genügend Platz vorhanden gewesen: Für die Versorgung ist Hochstapeln angesagt. Deshalb musste die städtische GBM die Übergangslösung erweitern. Das kam nicht überraschend, so war es bereits bei Schaffung des Ausweichstandorts im vergangenen Jahr geplant.

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Auch wenn es politischen Widerstand gab und die Schillerschule nicht glücklich war, etliche Quadratmeter ihres Hofs hergeben zu müssen: Seit dem Herbst 2015 steht der Modulkomplex auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule. Die zunächst vier Räume belegen eine Grundfläche von insgesamt 220 Quadratmetern; nebenan stehen der Container mit Sanitäranlagen und der Technik, die die Anlage mit Strom und Wärme versorgt. Auf einer Hälfte bilden nun acht weitere Container zwei neue Räume mit zusammen 110 Quadratmetern. Sie sind je über eine Außentreppe erreichbar. Die obere Etage, wo ein Verwaltungsraum und ein Betreuungszimmer Platz finden, wird über das Erdgeschoss mit Strom, Wasser und Heizung versorgt. Das Erdgeschoss beherbergt nun vier Klassenräume für Erst- und Zweitklässler.

Laut Stadt entsprechen die Klassenraummodule „in vollem Umfang den Anforderungen des passiven Lärmschutzes, die das Gebiet im Nordend vorsieht, und erfüllen die geforderten Energiestandards.“ Die Container-Lösung kostet alles in allem 790.000 Euro – dafür besitzt die Stadt nun eigene Container, die auch später bei Bedarf genutzt werden können.

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Die Schritte für die Erweiterung mussten von der technischen Abteilung der GBM präzise koordiniert werden. Nach dem Aufsetzen ging es an die Ausstattung der Räume: Zunächst waren Innen- und Außentüren zu montieren, Stromanschlüsse sowie Heizungs- und Sanitäranlagen anzuschließen, Abdeckungen und Verkleidungen einzubauen. Außerdem erhielten die Räume Bodenbeläge. Danach kamen Mobiliar, Küche und Schultafeln. Wenn die Hausmeister Möbel wieder ausgepackt und Unterrichtsmaterial eingeräumt haben, steht der Einschulung Ende August nichts mehr im Wege. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Paul-Gerhard Weiß, nach fünf Jahren Pause wieder Schuldezernent. „dass die notwendigen Klassenraummodule auf dem Gelände der Schillerschule rechtzeitig aufgestockt wurden.“ Sein Dank gilt auch der Leitung der Schillerschule, da die Nutzung des Schulgeländes bis zur Eröffnung der Hafenschule ziemlich eingeschränkt ist. (tk)

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