Anwohner fordern schnelleres Handeln nach spontanen Partys

Hafenviertel: Mehr Grün, mehr Ordnung

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Um die Hafentreppe herum werden die nächsten Entwicklungsschritte getan. Beim Bürgerinformationsabend wurden auch die Pläne für das Industriedenkmal Blauer Kran vorgestellt. Außerdem haben Anwohner die Verschmutzung der Hafentreppe kritisiert.

Offenbach - Über den Sachstand und die weitere Entwicklung des Hafens informierte die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft in einer Bürgerversammlung. Neben Geschäftsführerin Daniela Matha gaben auch Fachleute von Kunst, Landschaftsplanung und Quartiersmanagement Auskunft. Von Harald H. Richter 

Eher beiläufig erwähnt Rudolf Mager, dass die von ihm und seinem Büro entwickelte Freiraumplanung für den Hafen Offenbach in die Auswahl der Finalisten beim diesjährigen Welt Architektur Festival aufgenommen worden ist. Sie enthält Einträge aus 58 Ländern und beinhaltet Gebäude ebenso wie Naturräume und markante Industrieobjekte. „Mal schauen, ob wir im November bei der Entscheidung über die Besten in der Kategorie Landschaft eine Rolle spielen werden“, sagt der Architekt aus Überlingen am Bodensee. Mager gehört zu den Podiumsgästen, die Daniela Matha von der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft und Quartiersmanager Marcus Schenk am Donnerstagabend im Kulturzentrum Hafen 2 an einen Tisch gebracht haben. Zu ihnen zählen auch Sabine Süßmann, mit dem aus Frankfurt ins Hafenviertel gezogenen Simon Steinmeier ein Neubürger sowie der in Dietesheim aufgewachsene, jetzt im westfälischen Münster verortete Künstler und Bildhauer Wolfgang Winter. Er hat mit seinem Partner Berthold Hörbelt den Zuschlag dafür bekommen, den Blauen Kran als Denkmal zu erhalten und dem stählernen Relikt aus der Zeit des alten Industriehafens eine neue Nutzungsqualität zu geben.

26 Meter ragt der Kran für jedermann sichtbar in die Höhe, symbolisiert die einst wirtschaftliche Nutzung des Quartiers. „Diese Landmarke stellt den Dialog einer alten Maschine mit künftiger Parklandschaft in unmittelbarer Wassernähe dar“, betont Winter. Entgegen ursprünglicher Konzeption soll die zur Aussichtsplattform führende Treppe allerdings ein Stück versetzt werden – näher an die Hafenbeckenkante heran. Winter: „Es hat sich herausgestellt, dass ein Aufgang an der bisher vorgesehenen Stelle wegen der Radwegnutzer problematisch werden könnte.“

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Vom Blauen Kran nordwärts fällt der Blick auf die entstehende Grundschule, deren Bau „absolut im Zeit- und Kostenplan vorankommt“, so Daniela Matha. Mit Beginn der Unterrichtsjahres 2017/18 sollen die ersten Klassen dort einziehen und die bisherige Raummisere an der Goetheschule im Nordend gelindert werden. Unmittelbar an der Hafenschule entsteht der Gutschepark mit einem Spielplatz im Kern. „Etliche Schulklassen haben uns ihre Vorstellungen und Wünsche schon mitgeteilt, die wir bei der Umsetzung im nächsten Jahr berücksichtigen wollen“, sagt die Geschäftsführerin.

Auch am Hafenplatz selbst tut sich etwas. Dort wird zwischen den Gebäuden Hafenzentrum und Hafenarkaden eine Grünzone mit entsprechend attraktiver Verweilqualität angelegt. Matha ist zuversichtlich, dass sie bis zum Herbst fertiggestellt sein wird. „Davon profitieren Wohnbevölkerung und im Viertel Arbeitende gleichermaßen.“ Nördlich davon in Blickrichtung Carl-Ulrich-Brücke wird demnächst die noch vorhandene Lücke geschlossen. Der dortige Neubau sieht Gastronomie im Erdgeschoss vor, sodass neben der bereits vorhandenen Osteria und dem Eiscafé eine weitere Stätte der Einkehr geschaffen wird.

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Aus dem Publikum wird die Geschäftsführerin jedoch auch mit kritischen Bemerkungen konfrontiert. Hinweise auf Ruhestörungen durch spontane Partys junger Leute an der Hafentreppe häuften sich, die Sorge um zunehmende Vermüllung wachse, es gebe keine einzige öffentliche Toilette mit der Konsequenz, „dass einfach in die Gegend uriniert wird“. Matha hört sich die Bedenken an, sieht unter anderem Handlungsbedarf beim Ordnungsamt und verspricht, mit dem ESO die Anschaffung größerer Abfallbehälter auszuloten, „damit da auch Pizzakartons reinpassen“. Schon jetzt seien die Reinigungsintervalle in den der Allgemeinheit zugänglichen Bereichen von drei auf fünf Mal pro Woche verdichtet worden. Manchem Anwohner genügt das freilich nicht. „Wenn freitags nachts gefeiert wird und der verstreute Unrat das ganze Wochenende liegen bleibt, ist das besonders unschön, da vor allem Familien mit Kindern tagsüber das Hafenflair genießen möchten.“ So zückt auch Quartiersmanager Marcus Schenk den Notizblock, um diesen Vorkommnissen demnächst nachgehen zu können.

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