Haft nach Zeugeneinschüchterung im Prozess um die Kickbox-Zwillinge

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Das ehemalige Kickbox-Studio in Offenbach.

Offenbach /Darmstadt - Im Prozess um die Offenbacher Kickbox-Zwillinge wollen Zeugen aus Angst vor Rache nicht aussagen. Die  Staatsanwaltschaft veranlasste dies nun zur konsequenten Verfolgung jeglicher Beeinflussung von Zeugen. Ein Offenbacher kam bereits in Untersuchungshaft.

Über Jahre sollen die Kickbox-Zwillinge Offenbachs Geschäftsleute mit ihrer Schutzgeldmafia terrorisiert haben. Seit Juni findet vor dem Landgericht in Darmstadt die Hauptverhandlung gegen einen der Zwillinge und dessen mutmaßliche Helfer statt - doch noch immer scheint der Einfluss des Angeklagten und seines flüchtigen Bruders so groß zu sein, dass Zeugen vor Gericht aus Angst vor Repressalien keine oder falsche Aussagen machen. Wieder andere erscheinen erst gar nicht vor Gericht.

Offenbacher schüchtert Zeugen ein

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Die Staatsanwaltschaft veranlasste das jetzt in der Hauptverhandlung anzukündigen, dass sie jede Beeinflussung von Zeugen des Verfahrens konsequent verfolgt wird. Was dies bedeutet, bekam nun ein 33-Jähriger zu spüren: Er befindet sich seit Freitag vergangener Woche wegen Nötigung und Strafvereitelung in einer Frankfurter Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Wie die aktuellsten Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, soll der Offenbacher Zeugen eingeschüchtert haben. Schon im Rahmen der Ermittlungen trat zu Tage, dass viele Opfer eingeschüchtert waren und keine Aussagen machen wollten. Trotzdem umfasst die Anklageschrift nach langen und intensiven Ermittlungen insgesamt 28 Taten.

Den Angeklagten werden so erhebliche Delikte wie räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Betrug oder Bestechung vorgeworfen. Um die Vorwürfe zu erhellen, sind die Aussagen aller Zeugen von Nöten. Die Inhaftierung des 33-Jährigen soll auch ein klares Zeichen an die Zeugen sein, ohne Angst ihre Aussagen machen zu können.

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