Kriegsverbrechen: Haft für Offenbacher Aria L. gefordert

Mit aufgespießten Köpfen posiert

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Der Offenbacher Aria L. muss sich wegen Kriegsverbrechen vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten.

Frankfurt/Offenbach - Er soll im syrischen Bürgerkrieg für ein Foto vor aufgespießten Soldatenköpfen posiert haben. Nun fordert die Bundesanwaltschaft Haft für den Offenbacher Aria L.

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Kriegsverbrechen. So lautet die Anklage. Die Bundesanwaltschaft hat nun vor dem Oberlandesgericht Frankfurt eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten für den 21 Jahre alten Offenbacher mit iranischen Wurzeln gefordert. Aria L. habe sich während eines Syrien-Aufenthaltes im Frühjahr 2014 eines Kriegsverbrechens nach dem Völkerstrafgesetzbuch schuldig gemacht, sagte gestern ein Anklagevertreter. Der Mann habe das Andenken der gefallenen Soldaten verhöhnt und ihre Totenehre herabgewürdigt, „objektiv und subjektiv“. Der 21-Jährige hatte vor Gericht gesagt, er sei nur aus Zufall auf das Foto geraten, das auf einem Schulhof gemacht worden war. Nach Auffassung der Anklage machte er auf dem Bild einen lässigen und entspannten Eindruck, was auf seine Gesinnung schließen lasse.

Der Verteidiger des Mannes forderte einen Freispruch. Das Posieren vor der Kamera stehe nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Kampfhandlungen und sei deshalb nicht als Kriegsverbrechen im rechtlichen Sinne zu werten. Am kommenden Dienstag will der Staatsschutzsenat das Urteil in dem Fall sprechen.

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dpa

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