In den Rollstuhl geprügelt

Ticker: Urteil im Fall Mark Herbert vertagt

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Heute wird das Urteil im Fall Mark Herbert erwartet.

Offenbach/Darmstadt - Beim Aussichtsturmfest in Bieber wird Mark Herbert brutal zusammengeschlagen, er stirbt beinahe. Heute wird am Landgericht Darmstadt das Urteil erwartet.

Brutale Schläge und Tritte haben Mark Herbert in den Rollstuhl gebracht - heute sollte eigentlich vor dem Landgericht Darmstadt das Urteil im Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer fallen - so weit wird es allerdings nicht kommen, die Entscheidung wurde vertagt. Die Verhandlung beginnt zunächst mit den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Angeklagt ist ein 30 Jahre alter Mann. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft. Der Angriff ereignete sich auf dem Aussichtsturmfest in Bieber vor vier Jahren.

Laut Anklageschrift soll der 30-Jährige Sven R. Kopf und Körper seines Opfers mehrmals mit voller Wucht gegen die Wand des Turmes geschlagen haben. Bei Mark Herbert brachen drei Halswirbel, er sitzt seither im Rollstuhl. Vor Gericht hatte der Angeklagte den Vorfall als tragischen Unfall bezeichnet und die Vorwürfe bestritten. Ein medizinischer Gutachter hielt die Version des Opfers anhand der Verletzungsmuster jedoch für plausibel. dpa/red

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Bilder: Prozess gegen Schläger von Mark Herbert 

Aktuelles aus dem Gerichtssaal

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Die heutige Sitzung am Darmstädter Landgericht ist beendet.

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Das Gericht setzt weitere Verhandlungstermine für August an. Das Urteil wird am 29. August erwartet.

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Auch der Anwalt von Mark Herbert möchte weitere Zeugen zum Prozess rufen. Darunter den Schwager des Angeklagter - dieser fehlte bisher bei jeder Sitzung, er war krankgeschrieben. Außerdem geht es um einen Zeugen, der anscheinend belegen kann, dass Sven R.s Sohn beim Aussichtsfest dabei war und gesagt haben soll "Das war doch der Papa". 

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Die Verteidigung möchte außerdem das medizinische Gutachten eines Hals-Nasen-Ohrenarztes heranziehen. Es soll belegen, dass der Angeklagte auf dem linken Ohr schwerhörig ist - und erklären, weshalb er bei Telefongesprächen geschrien hat.

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Die Verteidigung besteht auf einen weiteren medizinischen Gutachter. Auch Beweisanträge sind gefordert: Aussagen von Mark Herbert sollen sich bei er polizeilichen Vernehmung widersprochen haben. 2012 soll er davon gesprochen haben, er sei "geschlagen" worden, 2015 hieß es, der Angeklagte habe ihn gegen die Mauer geschleudert.

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Heute wird - entgegen der Erwartungen - kein Urteil fallen. Denn: Es werden noch Anträge erwartet.

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Die Verteidigung hat Rechtsmediziner Matthias Kettner für befangen empfunden. Dieser hatte die Version des Angeklagten Sven R. für nicht nachvollziehbar erklärt. 

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Zur Urteilsverkündung sind viele Angehörige und Besucher gekommen - noch mehr als sonst. Der Saal ist überfüllt.

red

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