Schulen und Kitas

Instandhaltung kostet Stadt über eine Million Euro im Jahr

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Exemplarisch für die städtischen Reparaturarbeiten an Schulen und Kitas stand gestern die Eichendorffschule. Dort musste nach einem Feuchtigkeitsschaden unter anderem der Werkraum wieder hergerichtet werden. Mit Schulleiterin Alma Obradovac (2. von rechts) freuen sich Stefan Günther (links), der für die GBM das Objekt betreut, sowie Schuldezernent Paul-Gerhardt Weiß und Anna Heep, Leiterin des städtischen Hochbaumanagements.

Offenbach - Es kann nicht immer gleich die ganz große Sanierung sein: An Offenbachs Schulen und Kitas fallen regelmäßig Instandhaltungsarbeiten an, die bezahlt sein wollen. Seit Sommer 2015 schlugen sie mit 1,7 Millionen Euro zu Buche. Von Matthias Dahmer 

Vertreter der zuständigen städtischen Ämter und Gesellschaften geben gestern einen Überblick. Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können: In den runderneuerten Kellerräumen der Eichendorffschule, die seit 2014 wegen eines Feuchtigkeitsschadens und anschließendem Schimmelbefall gesperrt waren, ziehen die Akteure Bilanz. Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß rückt zunächst Grundsätzliches in den Blick: Die ingesamt 28 Schulen und 26 Kitas seien nach wie vor das zentrale Investitionsthema in der Stadt. Das sei schon allein der Entwicklung der Schülerzahlen geschuldet. Zählte Offenbach 1985 noch 3500 Grundschüler, waren es 2015 bereits 4800 – ein Anstieg von mehr als 30 Prozent. Zum Vergleich: Die Gesamtbevölkerung in der Stadt wuchs im gleichen Zeitraum um etwa zwölf Prozent. Weiß betont, man dürfe – im Vergleich zu Personalbedarf oder inhaltlichen Konzepten – die Frage der Räumlichkeiten und der Ausstattung an den Schulen nicht zu gering schätzen. Mittlerweile werde anerkannt, dass auch dies pädagogisch von Bedeutung sei.

Um die Instandhaltung der städtischen Liegenschaften und damit auch von Schulen und Kitas kümmert sich als Dienstleiter die beim SOH-Konzern angesiedelte Gebäudemanagement GmbH (GBM). Wie deren Chef Winfried Männche berichtet, lässt sich die Stadt diese Dienstleistung an ihren Gebäuden jährlich insgesamt 15 Millionen Euro kosten. Der GBM obliegt die Verkehrssicherungspflicht in den Objekten, es gilt der Grundsatz: „Schule muss funktionieren.“

Auch Schulamts-Leiter Thomas Löhr machte sich ein Bild von der renovierten Bibliothek der Eichendorffschule.

Anna Heep vom Hochbaumanagement konkretisiert das Finanzielle: Für die Instandhaltung von Schulen und Kitas, sprich für die Immobilien, die im Eigentum der Stadt stehen, gibt die Bauverwaltung pro Jahr rund eine Million Euro aus; seit Sommer 2015 bis jetzt waren es 1,25 Millionen. Die beauftragten Instandhaltungen an Schulen und Kitas reichen vom einfachen Streichen oder der Installation eines Ballfang-Trichters über die Behebung von Wasserschäden bis hin zu aufwändigem Brandschutz und der Erneuerung von Heizungsanlagen.

Etwa 400.000 Euro steuerte im gleichen Zeitraum das Stadtschulamt bei, das fürs Inventar der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen verantwortlich ist. So wurden etwa die naturwissenschaftlichen Fachräume der Bachschule in Zusammenarbeit mit der GBM für 70.000 Euro mit Möbeln ausgestattet. Allein 382.000 Euro flossen in die Eichendorffschule, sagt Winfried Männche. Knapp 100.000 Euro davon verschlangen die drei renovierungsbedürftigen Kellerräume, die von der GBM in den Sommerferien hergerichtet wurden. Sämtliche Möbel, Lampen, Türen und Fenster wurden desinfiziert, Putz, Silikon und Sockelleisten fachgerecht entsorgt. Böden wurden neu beschichtet und Wände gestrichen. Mit der Gesamtsanierung der Eichendorffschule soll gemäß aktuellem Stand des ambitionierten städtischen Schulsanierungsprogramms 2018 begonnen werden.

Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas

Schulleiterin Alma Obradovac ist glücklich, dass ihr der Platz im Keller nun wieder zur Verfügung steht. Dort sind Werkraum, Bibliothek und ein Klassenzimmer der Innenstadt-Grundschule mit ihren 400 Schülern untergebracht. Allein für die kleine Bücherei fehlt es noch an Ausstattung, nicht alle Bücher des ehemaligen Bestands konnten nach dem Schimmelbefall gerettet werden. Schulausstattungs-Sponsoring etwa durch Unternehmen, sagt Schulamts-Chef Thomas Löhr, gebe es nur in Einzelfällen. Grundsätzlich sei sein Amt für die nötigen Anschaffungen zuständig.

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