Jazz-Matinee in Offenbach

Das wohl schönste Schulfest

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Seit 26 Jahren ist das Büsingpalais bei der Jazzmatinee die Kulisse für eine Mischung aus Musik und kulinarischen Angeboten.

Offenbach - Es gibt Festivitäten, deren Glanz im Lauf der Jahre verblasst. Bei der vom Partnerschaftsprojekt der Fröbel- und der Leibniz-Schule getragenen Jazz-Matinee ist das nicht so.  Von Harald H. Richter 

Sie bleibt auch im 26. Jahr ihres Bestehens für viele Menschen eine feste Größe im Offenbacher Kalender. Dass die Benefiz-Veranstaltung sich nicht abnutzt, liegt sicher am Mitmacheifer der immer wieder nachstoßenden Jahrgänge. Auch Elternbeirat, Förderkreis, Ehemalige und Sponsoren geben dem Erfolgskonzept belebende Impulse. Dieser Schulterschluss sorgt dafür, dass die Verbundenheit zwischen Gymnasiasten und Praktisch Bildbaren jedes Jahr im September ihren Höhepunkt erfahren kann.

Also füllt sich auch am Samstag der Büsinghof mit Publikum, das nicht nur der Musik wegen gekommen ist. Mancher hat vorsorglich einen Taschenschirm dabei, denn der Himmel zeigt sich bedeckt. „Das hält aber niemanden vom Feiern ab, nicht einmal bei strömendem Regen“, erinnert Lehrerin Stefani Balonier an verwässerte Feste frühere Jahre. Offenbachs Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß lobt die organisatorische Leistung, die ohne die vielen ungenannten Helfer im Hintergrund kaum zu stemmen wäre: „Sie alle machen dieses Ereignis zum wohl schönsten Schulfest in unserer Heimatstadt.“ Der Dank gilt auch den Direktoren Christoph Dombrowksi (Leibniz) und Ruth Steinheimer (Fröbel).

Anders als sonst ist diesmal kein Unternehmen Hauptsponsor, stattdessen haben Eltern und Förderer der Leibnizschule diese Aufgabe übernommen. Stellvertretend nimmt Dr. Frank Schlömer die Sponsor-Ehrennadel aus der Hand von Detlef Kohsow entgegen. Besonders um die Projektpartnerschaft hat sich Jeremy Mackeldey verdient gemacht, das gibt die Ehrennadel in Gold.

Nach einem furiosen Opening durch die erstmals bei der Jazz-Matinee gastierende Band der Rudolf-Koch-Schule unter Leitung von Ole Haupner gibt Simon Waldvogel den Akteuren der Big-Band der Musikschule Offenbach den Takt vor. Ihr Repertoire reicht von Swing, Bebop und Latin bis zu Jazzrock und Soul. Auch der Auftritt der von Thomas Kühn geleiteten Combo der Fröbel-Schule wird beklatscht. Bis zum späten Nachmittag reiht sich ein Auftritt an den nächsten. Mit dabei ist die siebenköpfige Band Joker um Leadsänger Larry London, der in den 1980ern mit Supermax international unterwegs war.

Bilder: Jazz-Matinee im Büsingpalais

Bühnenpräsent sind auch etliche Ehemalige, wie der frühere Leibniz-Musiklehrer Michael Buhr, Jazz-Schlagzeuger Moritz Schlömer und Bassist Torben Heß. Sie alle spielen für den guten Zweck, an den die Schüler immer wieder an den Ständen oder mit Sammelbüchsen erinnern. Mehrere Schüler der Leibniz-7c bieten Rosen feil. Die halten sich am besten in einer passenden Vase frisch, die wenige Meter entfernt bei der Schülerfirma „Tontraum“ zu kaufen sind. Das unter anderem durch Rita Pfadt und Berit Brauburger betreute Fröbel-Projekt fördert handwerkliche wie soziale Kompetenzen von Jugendlichen mit Handicap. Für das Schulfest stellt die Keramikmanufaktur über 100 dekorative Töpferarbeiten zum Verkauf.

Auch kulinarisch wird den Besuchern der 26. Jazz-Matinee ebenfalls einiges geboten: Leckereien aus aller Welt, Herzhaftes und Süßes schmeicht dem Gaumen. Die 7b offeriert frische Smoothies, Schoko-Fruchtspieße hat die 9c vorbereitet, bei Ilka Söhnchen und ihrer Klasse 8d sind Brezn und Weißwürstl der Renner. „Wer die zeitgleiche Eröffnung des Münchner Oktoberfests also versäumt, wird bei uns hinreichend entschädigt“, sagt die Lehrerin. In den Bewegungsmodus versetzt das Ergometer der von Michael Meyer betreuten Ruder-AG des Leibniz-Gymnasiums. Ihr gehören etwa 20 Schüler an, darunter auch der 15-jährige Redouan.

Mit weiteren Mitschülern rührt er die Werbetrommel fürs Mitmachen. Die AG hat ihre sportliche Heimat bei der SG Wiking und trifft sich wöchentlich. „Durch diese Kooperation konnten wir bereits beim Landesentscheid von Jugend trainiert für Olympia mitmachen“, berichtet Sportlehrer Meyer. Redouan jedenfalls hat so viel Spaß am Rudern gefunden, dass er dem Verein beigetreten ist und in den Zweier- und Vierer-Bootsklassen startet. Auch daran zeigt sich, dass Kooperation für beide Seiten Früchte trägt.

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