Im kreativen Bewegungsfluss

Jugendamt bietet Parkour-Unterricht im Senefelderquartier an

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Möglichst einfallsreich versuchen die Parkour-Schüler die Hindernisse der Trainingsstätte im Senefelder-Park zu überqueren.

Offenbach - Eine neue Sportart erobert die Städte: Parkour (nicht Pacours) – die „Kunst der Fortbewegung“. Vor allem jüngere Menschen begeistern sich fürs Springen, Klettern, Schwingen und Balancieren unter vollem Körpereinsatz.

Genutzt werden dabei oft alle Räume, die öffentlich zugänglich sind. Im Senefelder Quartierspark hat die Stadt Offenbach eine offizielle Parkour-Trainingsanlage errichtet, an der das Jugendamt seit 30. August immer dienstags und donnerstags um 17.30 Uhr ein begleitetes Training für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet. Teilnehmer lernen zum Beispiel, die eigene Umgebung mit neuen Augen zu sehen und wie sie die Stadt zu ihrem ganz persönlichen Spielplatz machen können. Unter Anleitung erfahrener Parkour-Trainer wird der sichere Zugang zu Techniken gelehrt und die eigene sportliche Kreativität gefördert.

Das Angebot aus dem Programm „Jugend stärken im Quartier“ und in Zusammenarbeit mit „Festplatte – Verein für schulergänzende Bildung“ an der Trainingsanlage ist kostenlos. Der Zugang liegt gegenüber der Gustav-Adolf-Straße 20. Die Parkour-Stätte gibt es nun seit fast einem halben Jahr im Senefelder-Quartier. Sie wurde damals zusammen mit dem Park mit einem großen Fest eingeweiht. Die neue grüne Mitte auf der ehemaligen MAN-Werksfläche im Senefelderquartier umfasst rund 7 000 Quadratmeter. Sie ist konzipiert als offener, grüner Treffpunkt für alle Generationen mit „Urban gardening“ und einem Spielplatz.

Bilder: Eröffnung des Senefelder Quartierparks

Die Sportart Parkour stammt aus Frankreich und die Grundidee wurde bereits im frühen 20. Jahrhundert praktiziert. Entwickelt wurde Parkour in seiner heutigen Form von Raymond Belle und seinem Sohn David in den späten 1980er-Jahren. Durch Spiel-, Dokumentarfilme und Werbung wurde die Disziplin dann weltweit populär. Viele sogenannte Traceure entwickeln über die Jahre ihre eigene Trainingsweise. Der Läufer bestimmt dabei seinen eigenen Weg durch den urbanen oder natürlichen Raum – auf eine andere Weise als von Architektur und Kultur vorgegeben.

So versucht der Parkour-Praktizierende, Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden. Bewegungsfluss und -kontrolle stehen dabei im Vordergrund. Parkour wird deshalb auch als „Kunst der effizienten Fortbewegung“ bezeichnet. Die Sportart ist nicht wettbewerbsfähig. Sie kann auf einem Hindernisparcours durchgeführt werden oder wird in der Regel in einer kreativen Neuinterpretation eines urbanen Raumes praktiziert. pso/san

Weitere Informationen gibt es unter www.festplatte-verein.de.

Parkour in Mühlheim

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