Aufmarsch von jungen Männern in Kaiserstraße

Waren es Anhänger der kurdischen Arbeiterpartei PKK?

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Offenbach - Während die Offenbacher Polizei offiziell noch im Dunkeln tappt, verdichtet sich eine Theorie zu einem Aufmarsch von bis 300 jungen Männern in der Kaiserstraße: Es könnte sich um Anhänger der kurdischen Arbeiterpartei PKK gehandelt haben, die gegen die Aufhebung der Immunität von Abgeordneten in der Türkei demonstrieren wollten.

Wie berichtet, kam es am Samstagabend gegen 21.45 Uhr zu einem groß angelegten Polizeieinsatz in der Kaiserstraße. Anwohner und Passanten hatten sich an die Ordnungskräfte gewandt, als sich 200 bis 300 Männer auf dem Mainuferparkplatz versammelt hatten und im Pulk über die Kaiserstraße in Richtung Hauptbahnhof marschiert waren. Ob dieser das Ziel war, ist offen. Die mit rund 20 Streifenwagen angerückte Polizei hielt die Menge auf, kontrollierte Personalien, stellte außer auf den Boden geworfene Messer nichts Verdächtiges sicher, löste die Ansammlung dennoch auf. Den Anweisungen und dem förmlichen Platzverweis sei ohne Umstände Folge geleistet worden, hieß es am Sonntag.

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Mit der Bestätigung, dass es sich mehrheitlich um Menschen kurdischer Herkunft gehandelt hat, rückte die Polizei gestern noch heraus. Den präventiven Einsatz provozierte auch der Umstand, dass etliche der aus dem südlichen Hessen angereisten Kurden Kapuzen über dem Kopf hatten, was als eine Art von Vermummung gewertet wurde. Weitere Details gab das Polizeipräsidium Südosthessen nicht preis, teilte aber mit, dass auch das Wiesbadener Landeskriminalamt in die Ermittlungen eingebunden sei.

Weniger Rätsel als die Polizei geben Augen- und besonders Ohrenzeugen auf. Ein Bewohner der Kaiserstraße berichtet von lauten, einstudiert oder gesteuert wirkenden Rufen „PKK! PKK! PKK!“, gefolgt von etwas in fremder Sprache, das der Kosename des Kurdenführers Öcalan gewesen sein dürfte. Der Offenbacher Blogger K.J. Schröder zitiert zudem die auf Deutsch gebrüllte Parole „...die internationale Solidarität!“ In Köln hatten am Samstag Kurden und Linke gemeinsam gegen die deutsche Flüchtlingspolitik und das Verbot der PKK demonstriert.

Bilder: Polizeieinsatz in der Kaiserstraße wegen Jugendlichen

tk

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