Betreiber für OFC-Gastronomie gesucht

Jetzt geht’s um die Stadionwurst

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Die Catering-Rechte fürs Sparda-Bank-Hessen-Stadion werden zum 1. Juli neu ausgeschrieben. Der Vertrag mit dem derzeitigen Versorger auf dem Bieberer Berg ist gekündigt.

Offenbach - In welcher Liga die Kickers in der neuen Saison spielen, steht noch nicht fest. Aber im Sommer soll es auf dem Bieberer Berg zum großen Umbruch kommen.

Fast alle Bereiche im Sparda-Bank-Hessen-Stadion könnten davon betroffen sein: Würstchengrill, Bierstände, VIP-Zone und die zehn Logen. Denn die Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) und die Profi GmbH von Kickers Offenbach haben den Vertrag mit dem derzeitigen Caterer „Kegel Impuls“ zum 30. Juni 2015 fristgerecht gekündigt und eine europaweite Ausschreibung der Catering-Rechte im Stadion zum 1. Juli 2015 auf den Weg gebracht.

SBB und OFC erhoffen sich Optimierungen in der Stadiongastronomie. „Insbesondere soll die Qualität und der Service im Sparda-Bank-Hessen-Stadion verbessert werden und neue Ideen für ein längeres Verweilen der Besucher im Stadion entwickelt werden“, so SBB-Geschäftsführer Andreas Herzog. Nach Informationen unserer Zeitung streben die Verantwortlichen eine Laufzeit des neuen Cateringvertrags zwischen sieben und zehn Jahren an. Darüber hinaus ergibt sich durch die Ausschreibung auch ein schöner Nebeneffekt für die beteiligten Parteien. Neben der Umsatzpacht fällt bei einem Neuabschluss des Verpflegungsvertrags eine in der Branche übliche einmalige Abschlussgebühr an – eine sogenannte signing fee.

Die Firma Kegel-Impulse hat Stadionbesucher seit mehr als zehn Jahren mit Bier und Bratwurst versorgt, war für Essen und Getränke an den Ständen hinter den Tribünen und für den VIP-Bereich einschließlich Logen verantwortlich. Als die Kickers 2012 durch den Stadionneubau in finanzielle Schwierigkeiten kamen, hatte der damalige Geschäftsführer Thomas Kalt die Einnahmen am Catering von jährlich 100.000 Euro für drei Jahre an die SBB abgetreten.

OP-Leser besichtigen OFC-Stadion

OP-Leser besichtigen Kickers-Stadion

Der neue Vertrag wird europaweit ausgeschrieben. Denn der Trend geht längst hin zu wenigen großen Catering-Konzernen. So setzt zum Beispiel der Aramark-Konzern, dessen Deutschland-Filiale in Neu-Isenburg sitzt und der die Commerzbank-Arena in Frankfurt betreut, im Jahr nahezu 500 Millionen Euro um. In der Bundesliga zahlen große Catering-Unternehmen zwischen 500.000 und einer Million Euro pro Jahr an einen Klub. Dafür dürfen sie die Bewirtung der Kioske sowie VIP-Bereiche und Logen übernehmen.

Neben den Kickers-Heimspielen soll der Caterer alle anderen Veranstaltungen im Stadion wie Kongresse, Weihnachtsfeiern oder in Zukunft Konzerte betreuen. Davon profitieren soll nicht nur die SBB, sondern auch die Kickers Profi GmbH würde als Hauptnutzer des Stadions und größter Publikumsmagnet einen Teil der Einnahmen erhalten. Für den OFC geht es in den nächsten Wochen also nicht nur sportlich um die Wurst.

joko

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