Für die Eltern keine Änderung

Kita-Plätze werden mit neuem System erfasst

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Das neue Erfassungssystem, an das auch die freien Träger angeschlossen sind, verspricht mehr Transparenz bei der Vergabe von Kita-Plätzen. Das Archivfoto zeigt eine Szene bei der 100-Jahr-Feier der Kita Friedensgemeinde im Sommer 2015.

Offenbach - Es sorgt für mehr Transparenz und beseitigt Karteileichen: Seit zwei Wochen arbeiten Stadt und freie Träger mit einem zentralen Erfassungssystem für Kita-Plätze. Gestern wurde es vorgestellt. Von Matthias Dahmer

Kinder und- Jugenddezernent Peter Schneider beschreibt die Schwachstelle der bisherigen Prozedur so: Weil jeder Kita-Träger eine eigene Warteliste führte und die miteinander nicht so ohne Weiteres vergleichbar waren, konnte es durchaus passieren, dass ein Kind auf vier Wartelisten stand und selbst nach einer Platzzusage noch bei drei Einrichtungen als suchend geführt wurde. „Doppelbelegungen waren damit programmiert. Es gab zudem keine verlässlichen Aussagen über die Anzahl der unversorgten Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, und es wurden Plätze angeboten, für die kein Bedarf mehr bestand“, schildert Andreas Ender, Fachbereichsleiter beim Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO), die Mängel des bisherigen Systems.

Mit Schaffung der stadtweiten und trägerübergreifenden Warteliste, an der eineinhalb Jahre gestrickt wurde, hat das ein Ende. Erfreulich am neuen System: Für die Eltern ändert sich nichts. Sie melden sich direkt bei der gewünschten Kita an. Die Einrichtung gibt die Daten des Kindes ein und es erfolgt ein Abgleich mit der zentralen Warteliste. „Nach wie vor können sich Eltern in mehreren Kitas anmelden. Wenn sie dann aber die Zusage für einen Platz haben, fallen sie aus der Warteliste raus“, betont EKO-Chef Hermann Dorenburg.

Entwickelt wurde das Erfassungssystem zusammen mit einem Softwareunternehmen, das seine neue Lösung auf das seit zehn Jahren beim EKO bewährte System „Easy Kid“ (EK) aufbaute. So konnte mit EK-Web eine passgenaue Anwendung für die rund 7000 Kitaplätze in der Stadt geschneidert werden, die obendrein noch äußerst preiswert ist. Die monatlichen Kosten für Miete und Wartung beziffert Fachbereichsleiter Ender mit gerade mal 450 Euro. Hinzu kommen als einmaliger Betrag 2000 Euro Schulungskosten. Zum Vergleich: Frankfurt mit seinen etwa 45.000 Kitaplätzen hat in sein System einer zentralen Anmeldeplattform für Eltern 490.000 Euro gesteckt. „Eine zentrale Belegungsliste gibt es dort indes nicht“, betont Dorenburg.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Auf 44 Computern in den insgesamt 61 Einrichtungen von freien Trägern ist EK-Web aufgespielt. Dass nicht in jeder Kita das verschlüsselte Programm installiert ist, erklärt sich damit, dass einige verwaltungstechnisch zusammengefasst sind. Sowohl EKO-Verwaltung als auch die 26 EKO-Kitas arbeiten mit Easy Kid. Es findet eine Synchronisierung statt: Das, was die freien Träger ins EK-Web eintragen, wird an Easy Kid übertragen. In einer weiteren Ausbaustufe soll EK-Web den Eltern auch eine Online-Anmeldung ihrer Kinder ermöglichen. Hermann Dorenburg sieht das aber mit einer gewissen Skepsis. Er ist sich sicher: „Eltern wollen die Kitas vorher sehen.“

Die ersten aktuellen Zahlen, die das EK-Web ausgespuckt hat, decken sich laut Hermann Dorenburg mit den bisherigen Planungen des EKO. Danach fehlen zu den städtischen Vorgaben, für 45 Prozent aller Anspruchsberechtigten einen Platz vorzuhalten, zwar in allen Bereichen noch Plätze. Doch die werde man mit den beiden neuen Einrichtungen in der Hafenschule und auf dem alten MAN-Gelände im Senefelderquartier schaffen. Derzeit liegt man bei der U3-Betreuung mit 277 Plätzen unter dem Soll, bei den Kindergärten sind es 230 und bei den Hortplätzen 360.

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