Kletterbar in Offenbach ist fertig

Endlich geht’s hoch hinaus

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Christoph Staehle will hoch hinaus. Am Samstag, 2. Mai, gibt es zunächst die Eröffnungsfeier in der Sprendlinger Landstraße 177b, direkt hinter den Hotels.

Offenbach - Noch fehlt die optimale Beschilderung: Also stadtauswärts Sprendlinger Landstraße, vor dem gelben „M“ rechts ab. Am Wegende steht die Kletterbar, eine nahezu 18 Meter hohe Halle mit mehr als 2400 Quadratmeter Kletterwandfläche. Von Martin Kuhn 

Die Eröffnungsfeier steigt am morgigen Samstag, 2. Mai, ab 9 Uhr. Eintritt: zwei Euro, die dem Theresien Kinderzentrum gespendet werden. Christoph Staehle strahlt den Berichterstatter an, dem er die Halle zeigt: „Es ist einfach super geworden.“ Sicher noch wichtiger: Die erste Resonanz zeigt, dass er mit seinem Geschäftspartner Lutz Karpowitz wohl vieles richtig gemacht hat. Anerkennung und lobende Worte gab es unter anderem von diversen Mitbewerbern und Mitgliedern des Alpenvereins.

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Fest steht jedenfalls: Mit den Offenbacher Dimensionen kann bislang keiner im weiteren Umkreis mithalten. Die Fakten: Eine nahezu 18 Meter hohe Kletterhalle auf einer Grundfläche von 26 auf 22 Meter, mehr als 2400 Quadratmeter Kletterwandfläche (auch außen, Fertigstellung in gut vier Wochen!), mehr als 12.000 verschraubte Griffe, allein 124 Touren in der großen Halle, mittig ein Kletterturm mit Überhang, abgetrennt eine weitere, innenliegende, etwa 13 Meter hohe Kletterwand, Kinderbereich, Schulungsraum, Umkleiden, urige Sitzecke.

Imposante Zahlen. Seh-, erleb- und vor allem kletterbar werden sie erst für denjenigen, der die Halle betritt. Zunächst trifft ein aromatischer Holzgeruch die Nervenzellen, nach dem Entree wandern die Augen automatisch nach oben. Die Wände, in Orange-, Gelb- und Grautönen gehalten, ragen empor, die mit grellbunten Griffreihen verschraubt sind. Kreidespuren (bei den Kletterern: „Chalk“) lassen erkennen, dass die senkrechten Wege nicht mehr jungfräulich sind. Versehen sind diese mit Klebestreifen, die für den Laien unverständlich erscheinen. Etwa mit einer 8-, die den Schwierigkeitsgrad bewertet. Dabei ist es nicht unbedingt einfacher, ohne Überhang zu klettern. „Entscheidend ist die Griffgröße“, sagt Staehle. Das reicht von Exemplaren, die locker mit der ganzen Hand zu umfassen sind, und solchen, die kaum größer als ein Lebkuchen und an der Oberfläche ähnlich strukturiert sind.

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Das ganze ist doch nur was für Profis? „Nein“, wehrt der Geschäftsführer sofort ab und wirbt explizit für diverse Schnupperangebote. Also: Terminkalender checken, Ausrüstung leihen und unter Anleitung ausprobieren. „Entscheidend ist doch allein die Frage: Macht es mir Spaß“, so Christoph Staehle, der keine Ausschlusskriterien kennt – erst recht nicht das Alter. Dabei wird der Anfänger „hochgesichert“ mit der Toprope-Technik, wobei das Seil oben in der Umlenkung eingehängt bleibt und der Partner den Kletternden vom Boden aus sichert. Später folgt der sogenannte Vorstieg. Die drei abgetrennten Bereiche ermöglichen eine gute Verteilung: „Man geht sich aus dem Weg.“ Heißt: Während es mit ersten Stock beim Kindergeburtstag vermutlich etwas ausgelassener zugeht, kann am Überhang konzentriert geübt werden. Obwohl zum Klettern immer Zwei gehören, plant die Kletterbar offene Treffs, bei denen sich die Partner stets neu finden. Idee: Erfahrene Kletterer geben Tipps weiter, an der Wand knüpft man Kontakte.

Jetzt müssen nur noch die Kletterer kommen. Staehle ist da zuversichtlich mit Blick nach draußen. Beim Rundgang nieselt es leicht aus dem wolkenverhangenen Himmel – da klettert draußen keiner mehr: „Zu gefährlich.“ Er muss es wissen. In der weiteren Umgebung kennt Staehle jeden Fels - von Heubach über Hainstadt im Odenwald bis zur Fuchslay im Lahntal... Wenn es nach ihm geht, nennen Kletterfans im gleichen Atemzug demnächst die Offenbacher Kletterbar.

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