Medizinische Versorgung wird ausgebaut

Neue Praxisklinik: Im KOMM wird bald operiert

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In zentraler Lage: In Räumen des dritten und vierten Obergeschosses des KOMM-Centers findet sich künftig auf insgesamt 500 Quadratmetern eine Praxisklinik für ambulante Operationen.

Offenbach - Die ambulante medizinische Versorgung der Offenbacher wird ausgebaut: In Obergeschossen des KOMM-Centers konzentriert und erweitert das Fachärzte-Netzwerk der Emma-Klinik Seligenstadt bis Mitte September sein bisher auf die beiden Standorte Ziegelstraße und Stadthof verteiltes Angebot. Von Matthias Dahmer 

Auf insgesamt 500 Quadratmetern entsteht im dritten und vierten Stock des KOMM eine Praxisklinik mit angeschlossener Facharztpraxis. Kassen- und Privatpatienten können dort ab Herbst unter anderem an Händen, Füßen, Knien und Schultern, an Leisten- und Nabelbrüchen behandelt und operiert werden, Ambulant werden zudem Darmspiegelungen vorgenommen sowie Krampfadern und Hämorrhoiden entfernt. Insgesamt neun Fachärzte bieten ihre Dienste ab. In täglichem Wechsel kümmern sich zwei bis drei Mediziner sowie 20 ständig in Offenbach tätige Mitarbeiter um die Patienten. Im vierten Obergeschoss befinden sich, Empfang, Wartezimmer und fünf Behandlungsräume, im Stockwerk darunter wird operiert.

Die neue Praxisklinik ist ein Kooperationsprojekt der Anästhesie Rhein-Main und der Fachärzte Rhein-Main, die dem Netzwerk der Emma-Klinik angehören. Die Fachärzte Rhein-Main sind in Offenbach schon lange tätig: Seit 2008 besteht eine Praxis in der Ziegelstraße 33 und seit 2015 eine weitere Praxis im Stadthof 1. Wie Volker Heuzeroth, Geschäftsführer der Fachärzte Rhein-Main, beim Rundgang über die Noch-Baustelle berichtet, haben die Kooperationspartner 1,5 Millionen Euro in des Vorhaben gesteckt. Allein die Filteranlage für den 33 Quadratmeter großen Operationssaal mit ihrer Lüftungstechnik koste 150.000 Euro. Man rechne künftig mit etwa 12.000 Patienten pro Jahr, sagt Volker Heuzeroth.

Baustellenrundgang (von links): Volker Heuzeroth und Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz zeigen Oberbürgermeister Horst Schneider die künftigen Praxisräume im KOMM-Center.

Der Trend zu ambulanten Operationen werde immer stärker, weiß Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz, Geschäftsführender Gesellschafter der Anästhesie Rhein-Main. Seit 2002 habe sich die Zahl bundesweit verdreifacht. Dank des medizinischen Fortschritts in der Narkose- und Operationstechnik könnten sich Patienten heutzutage nach einer Operation zu Hause in gewohnter Umgebung erholen. Das wirke sich positiv auf den Heilungsprozess aus, senke das Infektionsrisiko mit Krankenhauskeimen und erspare den Krankenkassen Kosten, wirbt der Anästhesist fürs neue Projekt. Zugleich schränkt er ein: „Ambulant können wir nur dann operieren, wenn der Patient nicht unter schwerwiegenden Begleierkrankungen leidet.“ Auch müsse gewährleistet sein, dass sich zumindest bis zum nachfolgenden Tag eine Person zur Betreuung des Patienten in dessen Haushalt befinde. Wo dies nich der Fall sei, werde der Patient stationär aufgenommen. Wiederspahn-Wilz: „Unter anderem deshalb arbeiten wir eng mit Kliniken in der Region zusammen.“ Volker Heuzeroth ergänzt: „Offenbach wird Teil eines Modellprojekts der ambulant-stationären Vernetzung, wie sie im Gesundheitswesen schon lange gefordert, aber bisher in Deutschland nur selten umgesetzt wurde.“

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Dem Netzwerk der im Jahre 2000 gegründeten privaten Emma-Klinik in Seligenstadt gehören derzeit 30 Fachärzte an. Weitere Standorte sind in Hanau, Offenbach, Groß-Umstadt, Groß-Gerau, Neu-Isenburg, Wiesbaden, Idstein, Mainz, Raunheim und Rüsselsheim. Pro Jahr führen die Ärzte mehr als 9000 Eingriffe durch.

www.emma-klinik.de

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