Treibsatz fürs Miteinander

Kommentar: EZB-Schule am Kaiserlei?

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Auch wenn das Vorhaben der Multifunktionshalle nahe dem Offenbacher Kaiserlei-Kreisel nach langem, nervenzermürbendem Vorspiel am Ende doch versanden sollte, die Vision der Verschmelzung von Frankfurt, Offenbach und der Region entwickelt trotzdem Schub. Von Michael Eschenauer

Entscheiden sich Europäische Zentralbank und Bundesbildungsministerium am Ende tatsächlich, eine Europäische Schule am Kaiserlei zu bauen, käme dies einem Quantensprung im nachbarschaftlichen Verhältnis gleich. Noch ist nichts entschieden, das Bundesbildungsministerium prüft eine ganze Reihe von Schulstandorten bis hoch nach Friedberg. Auch die EZB hält sich offiziell zurück bei der Standortfrage. Zuständig sei allein die Stadt Frankfurt, heißt es. Trotzdem gilt: Das Kaiserlei-Areal wäre bei diesem Thema erste Wahl. Beide Protagonisten sind potente Akteure, ihr Projekt wäre ein und wäre keine wackelige Renditejonglage wie bei der Multifunktionshalle. Wenn Politik und Wirtschaft wollen, läuft die Sache. Es könnte aber auch etwas ganz anderes laufen: der gut geeignete Schulstandort ganze 2 000 Meter von der EZB entfernt würde im Zusammenspiel mit den weiter steigenden Beschäftigtenzahlen bei der EZB die Rolle des östlichen bis südöstlichen Umlands von Frankfurt als Lebensraum weiter aufwerten.

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Treibriemen sind junge Familien: Eine Alternative zu den Frankfurter Mond-Mieten und ein attraktives Schulangebot lassen Offenbach und andere Nachbarn als Wohnort speziell für sie attraktiver werden. Auf dem Weg zur Arbeit fährt die in Offenbach, Mühlheim oder Obertshausen wohnende EZB-Fachkraft – derer gibt es rund 3 000, und die Tendenz im Bankenbereich ist steigend – einfach an der Schule am Kaiserlei vorbei, gibt die Kids ab und biegt dann zum Arbeitsplatz rechts nach Frankfurt ab. Zu schade, dass das zur Verfügung stehende Gelände nicht gleichermaßen für eine Schule und eine Multifunktionshalle reicht. Denn feste Bande zwischen Offenbach und Frankfurt sind mehr als nötig.

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