Entgegen manchem Eindruck keine Änderung bei Anflügen

Fluglärm: „Leiser“ Winkel bleibt

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Offenbach - Die Herren Raimund Assion, Marc Simon und Hans-Jürgen Hoth waren sich ziemlich sicher: Der Winkel, in dem Flugzeuge die neue Nordwest-Landebahn anfliegen, sei seit einiger Zeit wieder zu Lasten Offenbachs geändert, legen sie im Gespräch vor der Sparkasse übereinstimmende Beobachtungen optischer wie akustischer Natur dar.

Die Zeitung müsse da mal nachfassen. Um Fluglärm über den Köpfen des Rhein-Main-Gebiets zu reduzieren, war der sogenannte Anfluggleitwinkel 2012 von 3,0 auf 3,2 Grad erhöht worden. Der Probebetrieb ist zwei Jahre später als erfolgreich eingestuft worden; die Veränderung soll die Belastung unter der Anfluggrundlinie messbar vermindern. Je nach Richtung profitieren Mainz, Hochheim, Flörsheim und Offenbach.

Wir haben die Flughafen-Spezialisten mit der Vermutung Offenbacher konfrontiert. Bürgermeister Peter Schneider gibt in Vertretung seines eigentlich zuständigen, aber urlaubenden Kollegen Stadtrat Paul-Gerhard Weiß Entwarnung. Auf Anfrage teilt ihm Günter Lanz, Geschäftsführer beim Umwelt- und Nachbarschaftshaus im Forum Flughafen und Region, mit, dass sich nichts an den Vorgaben fürs Instrumentenlandesystem geändert habe: „3,2˚ Anfluggleitwinkel auf die Nordwestlandebahn, also 25R, bei CAT-I-Betrieb (= einfachste Kategorie des Landesanflugs) und ohne Rückenwind. 3,0˚ Anfluggleitwinkel bei schlechteren Wetterverhältnissen und Rückenwind.“ Die Einschränkung, dass der „leisere“ Winkel nur bei guten Wetter und Gegenwind greift, könnte nun die subjektive Einschätzung der Offenbacher begründen. Im nächsten Jahr soll laut Günter Lanz übrigens die 3,2˚-Lösung auf die Altbahnen übertragen werden. tk

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