Nächstes Jahr dann große Fete

Mai-Tanz auf dem Wilhelmsplatz diesmal wieder in den Kneipen

Offenbach - Keine Bühne, keine Cocktail-Stände, keine Musik unter freiem Himmel. Auf dem Wilhelmsplatz wird wie im vergangenen Jahr wieder in den Kneipen in den Mai getanzt. Fürs kommende Jahr haben die Wirte jedoch andere Pläne. Von Sarah Neder

Die Nacht vom 30. April ist für viele ein fixer Feiertermin, die Eröffnung der Freiluftsaison, Einläuten des Frühlings. Weil dem gemeinschaftlichen Gliederschütteln auf dem Wilhelmsplatz vor zwei Jahren Blaulicht ein Ende setzte, wird seitdem in kleinerem Rahmen in den Mai getanzt. In diesem Jahr organisiert also jeder Wirt wieder seine eigene Party, es gibt keine Fete auf dem Wilhelmsplatz.

Bei Gästen beliebt ist das schmalere Programm dennoch, weiß Markthaus-Chef Eric Münch: „Das Ding ist ein Selbstläufer, wir haben kaum Werbung für unsere Veranstaltung gemacht, die Leute werden trotzdem kommen.“ In seinem Restaurant legen am Samstag das Armageddon Soundsystem und DJ Günni auf. Youssef El Machit vom Tafelspitz hat die Band „Yes we play“ verpflichtet und verspricht „Querbeet und Cover auf höchstem Niveau“.

Musik gibt es auch ein paar Meter weiter im Morleos, dort sowie im Tarantino legen DJs auf. Die Trinkbar hat ebenfalls einen DJ engagiert und baut eine Außenbar auf. Das Beau d’Eau wird zur Disco umfunktioniert, dort wird DJ Andi für Stimmung sorgen. Nebenan lädt das Weinhaus Berdux mit Livemusik mit Jessica Born und Toni Osanah zum Tanz. In der Stadtschänke begrüßt unter anderen DJ Ohms den Mai. Einige Meter nördlich im Waggon am Kulturgleis gibt es Rock’n’Roll auf die Ohren.

Obwohl der Tanz in den Mai am Wilhelmsplatz im vergangenen Jahr schon kleiner ausgefallen ist, gab es damals Anwohner-Beschwerden. „Es war vor allem zu lange zu laut“, schildert Klaus Burger vom Ordnungsamt. Um Lärmstörungen rund um Offenbachs gute Stube am Samstag entgegenzuwirken haben die Veranstalter ihre Telefonnummern an Ordnungsamt und Stadtpolizei abgeben müssen. Burger: „So können wir die für die Musik Verantwortlichen schnell kontaktieren.“ Für akute Notfälle schickt das Ordnungsamt ein großes Aufgebot an Stadtpolizisten ans Feierkarree.

Tanz in den Mai auf dem Wilhelmsplatz

Um gefährliches Bruchglas auf dem Kopfsteinpflaster zu vermeiden, sollten die Wirte dafür sorgen, dass ihre Gäste keine Flaschen nach draußen mitnehmen, sagt Burger.

Der Markthaus-Betreiber hat schon eine Idee: „Wir werden das Problem mit Pfand lösen.“ Münch gibt außerdem Preis, dass die Wilhelmsplatz-Gastronomen etwas Großes im Schilde führen: Nächstes Jahr soll der Mai-Beginn wieder im großen Stil gemeinsam gefeiert werden. „Mit einer großen Bühne mitten auf dem Platz“, lautet Münchs Vision. Um Krawall zu vermeiden, sollten Eintrittskarten verkauft werden, so die Idee. Konkrete Pläne gebe es jedoch noch nicht.

Auch beim Ordnungsamt klingt eine solche Open-Air-Fete Zukunftsmusik. „Die Planung existiert bisher nur in den Hinterköpfen der Wirte“, sagt Burger. Falls es zu dem Fest komme, müsse die Stadt jedoch zunächst ein umgreifendes Sicherheitskonzept dafür erstellen.

Fotos: Kulturfest der Nationen auf dem Wilhelmsplatz

Rubriklistenbild: © dpa

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