Großveranstaltung soll nachgeholt werden

Deshalb fällt das Mainuferfest ins Wasser

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Offenbach - Die Wetterprognose ließ keine andere Entscheidung zu: Das für das Wochenende geplante Mainuferfest wird abgesagt. Die Organisatoren befürchten erneute Überflutungen auf dem Veranstaltungsgelände. Das Fest der Vereine soll aber nachgeholt werden. Von Steffen Müller 

Bedröppelte Mienen in Raum 512 des Stadthauses. „Es ist nicht schön, so eine Entscheidung zu treffen“, sagt Regina Preis, als sie den Beschluss verkündet, das Mainuferfest abzusagen. Preis, Geschäftsführerin der Offenbacher Informationsgesellschaft OSG, die das Mainuferfest veranstaltet, saß gestern Vormittag mehrere Stunden mit dem Sicherheitsstab zusammen und beriet, ob es sicher ist, für Großveranstaltung grünes Licht zu geben. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt, der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Firma für das Sicherheitskonzept und eines Security-Dienstes wurde diskutiert. Am Ende folgte einstimmig die bittere Absage, die erste in der 30-jährigen Geschichte des Mainuferfests.

„Die Sicherheit kann nicht gewährleistet werden“, begründet Thomas Kutschker von der Berufsfeuerwehr Offenbach. Grund: die Unberechenbarkeit des Wetters. „Wir haben ein stabiles Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa mit unvorhersehbaren Regenfällen und Gewittern, das sich bis zum Wochenende hält“, so Kutschker nach Beratungen mit dem Deutschen Wetterdienst. Dieses Tief sei so unvorhersehbar, dass selbst ein Warnsystem drohende Unwetter erst 15 Minuten vor dem Eintreffen erkennen kann. Bei den starken Regenfällen am Dienstagabend warnte das System erst um 17 Uhr vor einem Wolkenbruch. „Um 17.15 Uhr waren dann die Schleusen auf“, so Kutschker. Dieser knappe Zeitraum würde nicht ausreichen, um die Besucher des Mainuferfests zu warnen.

Bilder aus dem vergangenen Jahr:

Bilder: Mainuferfest in Offenbach

Da die Mainstraße am geographisch tiefsten Punkt der Stadt liegt, ist sie für Überschwemmungen besonders anfällig. Hinzu kommt, dass eine Hauptkanalisation unter der Straße verläuft. Bereits am Montag und Dienstag kam es auf Höhe des Isenburger Schlosses zu erheblichen Überflutungen. Innerhalb weniger Minuten stand die Straße bis zu einem Meter unter Wasser. Nach Aussage des Stadtdienstleisters ESO können die Kanäle derzeit keine weiteren Wassermassen mehr aufnehmen.

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Sollte es zu einer Überflutung kommen, bestünde Gefahr durch Strom- und Gasanschlüsse in den Zelten der Vereine. Außerdem sieht eine Sicherheitsverordnung genaue Regelungen für die Anzahl und Breite von Fluchtwegen vor. Durch das Wasser könnten diese Wege verengt sein oder komplett wegfallen. Da aufgrund der Kürze der Zeit kein neues Sicherheitskonzept erstellt werden kann, ist die Verlegung des Festes an einen anderen Ort nicht möglich. Auch der organisatorische Aufwand, etwa der Standverteilung, ist nicht zu stemmen. Da die Vorbereitungen auf das Fest für Vereine und Veranstalter sehr umfangreich sind, fiel die Absage bereits gestern, um die Beteiligten nicht länger im Unklaren zu lassen. Ein Alternativtermin ist schon in Aussicht. Wahrscheinlich wird das Mainuferfest am Wochenende 3./4. September nachgeholt, denn „die Vereine sollen auf jeden Fall die Möglichkeit bekommen, sich auch in diesem Jahr wieder zu präsentieren“, so Regina Preis.

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