Kaum Beschwerden über Verlegung

Mainuferfest: Beim Nachholtermin 26 Vereine weniger

+
Regina Preis (links) und Michèle Latzke sind die federführenden Organisatorinnen des Mainuferfests, das am Wochenende nachgeholt wird.

Offenbach - Die schmerzliche Absage des Mainuferfests Mitte Juni ist vergessen. Am Wochenende wird das Fest der Vereine endlich nachgeholt. Im Interview mit Thomas Kirstein erklären die Organisatorinnen Regina Preis, seit zweieinhalb Jahren Geschäftsführerin der Offenbacher Stadtinformation Gesellschaft, und Michèle Latzke vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit, was die Absage des ursprünglichen Termins für Auswirkungen auf die neue Veranstaltung hat.

Wie war’s denn, das erste Mainuferfest ohne seinen „Vater“ Matthias Müller zu organisieren?

Preis: Hinsichtlich der Organisation und Ausrichtung hat sich nicht viel geändert. Neben dem Lichterfest organisiert Michèle Latzke seit fast 20 Jahren in Abstimmung mit der Offenbacher Stadtinformation Gesellschaft unter dem früheren Geschäftsführer Matthias Müller das Mainuferfest. Sie weiß die Vereine so zu platzieren, dass ein abwechslungsreicher Mix entsteht. Als Zweierteam stemmen wir gemeinsam bereits das dritte Mainuferfest. Matthias Müller hat hier sehr vorausschauend frühzeitig Verantwortung übertragen.

Warum ist nochmal der ursprüngliche Termin gekippt?

Preis: Leider mussten wir aufgrund der starken Regengüsse und Überflutungen der Festfläche auf der Mainstraße in der geplanten Veranstaltungswoche im Juni das Fest aus Sicherheitsgründen kurzfristig absagen. Die Wetterprognosen drei Tage vor Festbeginn und der Abbruch von Veranstaltungen, die an diesem Wochenende dennoch stattgefunden hatten, zeigten, dass die Entscheidung zwar bedauerlich, aber richtig war.

Gab es denn keine Alternative zu diesem Wochenende - da kollidiert das Fest der Vereine unter anderem mit drei Veranstaltungen des Rundroutenfests und dem Weinfest auf der Rosenhöhe?

Latzke: Leider nein, denn wir sind auf verschiedene Dienstleister angewiesen - wie das Technische Hilfswerk (THW), das Sheraton Hotel und das Amt für Kultur- und Sportmanagement. Rund 90 ehrenamtliche Helfer des THW sind aktiv am Fest beteiligt und stellen die Wasser- und Stromversorgung der Vereine sicher. Das erste Septemberwochenende war seitens des THW der einzig mögliche Termin. Auch die Auslastung des Büsingpalais inklusive Innenhof muss im Vorfeld mit dem Sheraton Hotel abgestimmt werden; das ist entscheidend, um die Infrastruktur zu gewährleisten. Letztlich gehört es auch zum Angebot einer Großstadt, dass mehrere Veranstaltungen an einem Wochenende stattfinden. Und die Vereine sind sehr froh, dass wir überhaupt einen Nachholtermin außerhalb der Ferienzeiten gefunden haben.

Haben sich andere Veranstalter schon beschwert, etwa die Citymanagerin, die für den Künstlermarkt auf dem Wilhelmsplatz verantwortlich zeichnet?

Latzke: Außer dem Veranstalter des Weinfestes auf der Rosenhöhe hat sich meines Wissens niemand beschwert, auch nicht von städtischer Seite. Zumal die Besucher des Künstlermarktes am Sonntag räumlich wie zeitlich gesehen die Möglichkeit haben, das nur wenige Meter entfernte Mainuferfest zu besuchen, was natürlich auch umgekehrt gilt.

Bilder: Mainuferfest in Offenbach

Hat sich die Verlegung auf die Teilnehmerzahl ausgewirkt?

Latzke: Knapp ein Viertel, genau genommen 26 Vereine, können am Mainuferfest zum Nachholtermin nicht teilnehmen. Viele bedauern ihre Absage, die sich vor allem auf Terminüberschneidungen oder feste Urlaubsplanungen zurückführen lässt.

Wir vermissen etwa den Jazzclub…

Latzke: Ja, wir ehrlich gesagt auch. Auch die Verantwortlichen des Jazz e.V. bedauern ihre Absage, doch aufgrund bestehender Buchungen der vom Verein engagierten, überregionalen Bands ist eine Teilnahme am Nachholtermin nicht möglich. Für das nächste Jahr hat der Jazz e.V. zu unserer Freude aber bereits seine Teilnahme zugesichert.

Andere Groß-Veranstaltungen wie das Lichterfest erfordern inzwischen ja besondere Sicherheitskonzepte. Ist so etwas auch fürs Mainuferfest zu erwarten?

Preis: Das diesjährige Mainuferfest ist bereits das zweite, das wir mit einem Sicherheitskonzept realisieren. Das Konzept wurde von einer renommierten Agentur erstellt und mit den beteiligten Behörden, Dienstleistern und Fachämtern abgestimmt. Es wird jährlich nach aktuellem Sachstand aktualisiert - so haben wir beispielsweise dieses Mal die Anzahl der Ordnerkräfte erhöht. Auch die Polizei wird Streife laufen. Die Zusammenarbeit mit den städtischen Beteiligten, Ordnungsamt, Feuerwehr, aber auch der Polizei ist sehr kooperativ und vertrauensvoll. Das funktioniert sehr gut!

Und zum Schluss: Was lassen Sie sich aus dem reichhaltigen internationalen Speisenangebot schmecken?

Latzke: Die Entscheidung fällt eher spontan, aber lecker sind zum Beispiel bengalische Köstlichkeiten wie Samosas mit Mint-Dipp oder griechische Spezialitäten mit möglichst viel Tsatsiki. Preis: Auf jeden Fall Souvlaki mit Tsatsiki - da kommen Urlaubsgefühle auf.

Kommentare