Nach wetterbedingter Absage im Juni

Einmaliges Mainuferfest im Frühherbst

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Die Vereine veranschaulichen beim Mainuferfest ihre Inhalte und Anliegen: Der Judoclub Samurai zeigt seine Kampfkunst.

Offenbach - Nach der wetterbedingten Absage im Juni präsentiert das Mainuferfest erstmals im September die bunte Vielfalt Offenbachs. Knapp 90 Vereine, Verbände und Initiativen bieten Essen, Trinken und Musik oder ringen mit ihrem Angebot um Aufmerksamkeit. Von Peter Klein

Organisatorin Regina Preis zeigt sich froh, überhaupt einen Ausweichtermin anbieten zu können. Das sehen auch die meisten Vereine so. Die Geschäftsführerin der Offenbacher Stadtservice-Gesellschaft nennt es eine Notlösung, dass sich das Mainuferfest jetzt mit anderen Festen überschneidet. Das jedoch tut dem Andrang keinen Abbruch. Zahllose Besucher drängen sich auf der Festmeile zwischen Mainstraße und Büsingpalais. Gegenüber dem Klingspormuseum brutzelt orientalisches Hackfleisch auf dem Grill, umweht von polnischer Country-Folklore des Vereins Legato, der direkt um die Ecke in der Kirchgasse seinen Stand hat. Wenige Meter weiter werden die polnischen Klänge von Irish-Folk bei den Keltenfreunden abgelöst, dazwischen backen die Mädchen der Stadtgarde Waffeln.

Michael Simrock, Pressebeauftragter beim Technischen Hilfswerk (THW), kann jetzt erst einmal aufatmen: Alles läuft. Das THW ist für Strom und die Wasserversorgung zuständig und präsentiert sich mit einem Getränke- und Grillstand. Die Verlegung auf eine Woche nach den Sommerferien habe einen Kraftakt erfordert, sagt Simrock. Die Vorbereitung habe schon vor einigen Wochen begonnen. Für diejenigen, die im Urlaub waren, hätten eben diejenigen, die da waren, doppelt angepackt. Immerhin: die Würstchen, die das THW im Juni umsonst geordert hatte, fanden bei einer Grillparty für die Helfer Verwendung.

Veranstaltungen in der Region

Silvia Moog vom TSC Fantasy ist froh, dass das Fest nicht ganz ausgefallen ist. Seit 15 Jahren gibt es den Gardeverein, und seit 14 Jahren nimmt er am Mainuferfest teil. Die Einnahmen aus Kuchen und Cocktails werden für Kostüme und Saalmiete dringend benötigt, so die Vorsitzende. Zwischen all den Essen- und Getränkeständen machen zahlreiche Vereine und Initiativen auf ihr Angebot aufmerksam, seien es Hospizverein, Seniorenhilfe oder Pro Familia. Beim Roten Kreuz können Wagemutige erleben, wie sich ein Überschlag bei 30 km/h anfühlt. Auf der Bühne im Büsinghof zeigt die Jugend des Turnvereins Offenbach ihr Können, während dahinter Androniki tief Luft holt. Gerade hat die Folkloregruppe der griechischen Gemeinde ihren Auftritt beendet. Die junge Frau lebt noch nicht lange in Offenbach, es war ihr erster Auftritt vor Publikum. Mit Aufregung, Angst, aber auch mit Stolz beschreibt sie ihre Gefühle. Jetzt ist sie gespannt aufs Urteil ihrer Bekannten.

Am Stand des serbischen Kulturzentrums brutzelt ein Spanferkel über dem Feuer, direkt gegenüber gibt es Frittiertes aus Bengalen. Auch Robert Jovanovski, Trainer, der serbischen Folkloregruppe ist froh, dass ein Ersatztermin gefunden wurde. „Es bringt ja nichts, was zu machen und dann ist es schwach besucht, weil es regnet.“ Dabei gibt er zu, dass es schon anstrengend sei, jetzt das Mainuferfest und bereits in zwei Wochen das Fest der Nationen zu stemmen. Auch hier werden die Einnahmen zur Finanzierung der Vereinsarbeit benötigt.

Bilder: Mainuferfest in Offenbach

Während sich vorm Stand der griechischen Gemeinde eine lange Schlange bildet, sitzen auf der anderen Seite des Maindamms die Helfer des Arbeiter-Samariterbundes (ASB) vor einer Dose Haribo. Die Ehrenamtlichen um Notfallsanitäter Jens Renda sind für den Sanitätsdienst zuständig. Bis jetzt ist es am Fest ruhig geblieben. Zwei Wespenstiche, das sei alles gewesen. Während sich langsam die Nacht über Offenbach senkt, weht wie von ferne die Festmusik herüber. Ihnen mache es nichts aus, nicht mitfeiern zu können, Sanitäter, das sei eben ihr Hobby und bei ihm auch sein Beruf, so Renda. Natürlich gebe es bei ihnen nicht nur Haribo, sagen sie. Der ASB ist mit einem eigenen Grillstand auf dem Fest vertreten, der auch die ehrenamtlichen Sanitäter, zumindest kulinarisch etwas in Festlaune versetzt.

Bilder: Mainuferfest in Offenbach

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