Weitere 121 Wohnungen im Hafen

„Marina Gardens“: Verbindung zum Nordend

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Der Siegerentwurf, den Marc Seeger vom investierenden Unternehmen sowie die Frankfurter Architekten Jan Schulz und Özgür Ilter vorgelegt haben.

Offenbach - Das Hafenviertel wächst weiter. Konzentrierten sich die Wohnbauprojekte im neuen Stadtteil bislang vor allem auf die Hafeninsel, versteht sich das jüngste Vorhaben als Bindeglied zum Nordend. Von Matthias Dahmer 

Hafengold, Hafenarkaden, Main Atrium – an phantasievollen Namen für die Bauprojekte im neuen Viertel besteht kein Mangel. Das ist beim gestern vorgestellten nicht anders: „Marina Gardens“ nennt sich, was auf 7 300 Quadratmetern entstehen soll. Das Grundstück grenzt im Osten an die künftige Hafenschule, sein westliches Nachbarareal ist nach wie vor für den Neubau der Hochschule für Gestaltung (HfG) reserviert. Die südliche Grenze markiert die parallel zum Nordring verlaufende künftige Hafenallee, im Norden endet die Bebauung am Gutsche-Park vor dem Hafenbecken. Dabei handelt es sich um einen geplanten Grünzug, der nach Offenbachs ehemaligem Gartenbaudirektor Oskar Gutsche (1878 bis 1938) benannt ist.

Oberbürgermeister Horst Schneider (2. von rechts) deutet auf den Siegerentwurf, den Marc Seeger (2. von links) vom investierenden Unternehmen sowie die Frankfurter Architekten Jan Schulz (rechts) und Özgür Ilter vorgelegt haben. Mit ihnen freut sich „Hafen-Meisterin“ Daniela Matha, dass der neue Stadtteil weiter wächst.

Geplant sind 121 Wohnungen in insgesamt acht Gebäuden. Gegenüber der Blockrand-Bebauung des Nordends entsteht entlang der Hafenallee ein in vier Häuser gegliederter, fünfgeschossiger Wohnriegel mit Staffelgeschossen und Läden im Erdgeschoss. Hell gestaltete Durchgänge führen ins Innere des Komplexes. Sie erschließen sowohl die Hauseingänge als auch Wohn- und Gewerbehöfen mit zentral gelegenen ein- bis zweigeschossigen „Gartenhofhäusern“, mit kleinen Ateliers, Studios und kleinteiligen Ladeneinheiten für den Bedarf der Anwohner. Auf der Hafenseite wachsen vier fünfgeschossige Solitäre mit Staffelgeschossen indie Höhe. Am Blauen Kran, im Nordosten des Quartiers, soll ein Café-Restaurant mit Sommergarten entstehen. Im Westen, in möglicher Nachbarschaft zur HfG, ist ein Hafen-Bistro vorgesehen.

Bauherr des 55 Millionen Euro teuren Vorhabens ist die Hamburger Primus Developments GmbH, die sich auf Immobilien in Wasserlage spezialisiert hat und unter anderem die Greenpeace-Zentrale in der Hafen-City entwickelte. Zusammen mit der Frankfurter Architektengemeinschaft bb22 und Ilter Architekten setzte sie sich in einem aufwändigen Investorenauswahlverfahren mit am Ende acht Bewerbern durch. Ein noch nicht feststehender Endinvestor will die Wohnungen komplett übernehmen, bislang vorgesehen sind je zur Hälfte Eigentums- und Mietwohnungen. Preise wurden gestern noch keine genannt.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen (Archiv)

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

Die Zwei- bis Fünf-Zimmer- Wohnungen sollen nicht nur architektonisch, sondern auch durch ihre Größe bestechen: Schon die kleinsten Einheiten sind zwischen 80 und 85 Quadratmeter groß, die geräumigsten verfügen über mehr als 200 Quadratmeter Wohnfläche. Baubeginn ist für Frühjahr 2016 angepeilt, als Bauzeit sind zwei Jahre eingeplant.

Daniela Matha, Geschäftsführerin der Stadtwerke-Tochter OPG, unter deren Regie der Investoren-Wettbewerb lief, ist voll des Lobes für die auserkorenen Entwurf: Er nehme in überzeugender Weise die bestehenden Strukturen im Umfeld des Quartiers auf. Mit seinen reizvollen Wohn- und Gewerbehöfen und der gegliederten Fassade entlang der Hafenallee gebe Marina Gardens Offenbach eine zeitgemäße Antwort auf die Blockrandbebauung des Nordends. Den Wettbewerb habe man mit einem „schmalen“ Budget bestreiten können, so Matha. Zusammen mit Oberbürgermeister Horst Schneider freut sie sich, dass erneut haein namhafter überregionaler Investor im Offenbacher Hafen angelegt hat.

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