Ministerin stellt neues Förderprogramm vor 

Stadtumbau ans Klima anpassen

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Umweltministerin Priska Hinz (links) erläuterte gestern im Senefelder Quartierspark das neue Förderprogramm.

Offenbach - In Offenbach ist gestern der Startschuss für eine Neuausrichtung des seit 2004 laufenden Förderprogramms „Stadtumbau in Hessen“ gefallen. Neue Schwerpunkte sind Klimaschutz und Klimaanpassung. Von Matthias Dahmer 

Dafür stellt das Land in diesem Jahr insgesamt 13,1 Millionen Euro zur Verfügung. Offenbach gehört zu den Kommunen, die Förderung beantragt haben. Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können: Auf der Grünfläche des neuen Senefelder-Quartiersparks auf dem ehemaligen MAN-Gelände verkündete Hessens grüne Umweltministerin Priska Hinz gestern Nachmittag den Auftakt fürs Förderprogramm. Ihre Ankündigung hörten Vertreter aus 90 hessischen Kommunen, die sich bei einer ganztägigen Infoveranstaltung in Offenbach unter anderem gelungene Beispiele des klimafreundlichen Stadtumbaus anschauten. Dazu gehörten Flächenentsiegelungen und Hofbegrünungen im Mathildenviertel sowie der Hafengarten und eben der Quartierspark mit seiner ansprechend konzipierten Freifläche und den angrenzenden, neu errichten Passivhäusern.

Hinz hofft, dass das neue Förderprogramm eine „grüne Welle“ im Stadtumbau auslöst. Habe man bei der Förderung in den Jahren zuvor die demografische und wirtschaftsstrukturelle Entwicklung im Blick gehabt, so seien nun Klimaschutz und Klimanpassung die Schwerpunkte, so die Ministerin.

Die Städte seien angesichts des Klimawandels gezwungen, ihre Infrastruktur anzupassen. Als Beispiel für die besonderen Herausforderungen nannte Priska Hinz die zunehmende Erhitzung der Innenstädte, aber auch vermehrte Starkregen und Stürme, die zu Schäden an öffentlicher Infrastruktur und privaten Gebäuden insbesondere in Ballungsräumen führten. Eine entscheidende Rolle würden künftig „blaue und grüne Bänder“, sprich Wasser und Grünflächen, in den Städten spielen, sagte die Ministerin. Die Ausweisung solcher Flächen, das sei die zu bewältigende Aufgabe, müsse einhergehen mit verdichteter Bebauung.

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

57 Städte und Gemeinden wollen ein Stück vom Förderkuchen abbekommen. Dazu gehöre auch Offenbach, wie Stadtplanerin Marion Rüber-Steins sagte. Man habe sich mit Plänen für das ehemalige Allessa-Gelände beworben, die Entscheidung, wer den Zuschlag erhalte, werde in etwa einem Monat fallen.

Seit 2005 profitiere das Senefelderquartier vom Stadtumbau-Programm, so Rüber-Steins. Bislang seien drei Millionen Euro Fördergeld geflossen, bis zum Ende des Programms 2018 komme eine weitere Million hinzu. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, der die Ministerin zuvor begrüßt hatte, unterstrich die Bedeutung von Förderprogrammen. Der Quartierspark, für dessen Grünflächengestaltung man 1,75 Millionen Euro ausgegeben habe, sei ein Beispiel dafür, dass finanzschwache Städte ohne eine solche Förderung nicht zurecht kämen.

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