Begeistertes Publikum im Büsingpark

Beim Mopsrennen machen kugelrunde Hunde Jagd auf Titel

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Damit hätte auch auch der Organisator Willi Magel (Vorsitzender von „Die Partei“ Offenbach) nicht gerechnet. Über 20 Hunde haben gestern in verschiedenen Altersklassen beim Mopsrennen im Büsingpark teilgenommen. Nach der gelungenen Premiere soll die Aktion regelmäßig stattfinden.

Offenbach - Nicht nur Rio de Janeiro, sondern auch der Offenbacher Büsingpark ist gestern Schauplatz spannender Wettkämpfe gewesen. Beim Mopsrennen machten über 20 kugelrunde Hunde Jagd auf die Titel in ihrer Altersklasse. Von Christian Wachter

Mit solch einem Andrang hatte Willi Magel, Vorsitzender der Offenbacher „Die Partei“ nicht gerechnet. Die Kühlboxen an seinem Stand stoßen jedenfalls schnell an ihre Grenzen. Magel hat das Mopsrennen organisiert, das gestern im Büsingpark stattfand. Die Teilnahmegebühr: zehn Euro und zwei Bier. Und bei über 20 angemeldeten Möpsen kommt da einiges zusammen. Während das Geld direkt zurück an die Sieger des Mopsrennes fließt, ist der Gerstensaft für die Kehlen der Jury bestimmt. Für die Rennen sind die Möpse in verschiedene Altersklassen eingeteilt, der jüngste Teilnehmer ist ein halbes, der älteste zehn Jahre alt. Außerdem gibt es noch eine Klasse für französische Bulldoggen. „Ich hätte nie gedacht, dass es in Offenbach so viel Möpse gibt, vielleicht sollte man hier mal ein Mopsregister einführen“, sinniert ein Jurymitglied der Partei.

Dabei hat das Rennen auch überregionale Gäste auf den Plan gerufen. Amy zum Beispiel tritt für „Onkel Willys Pub“ in Mainz an. Die Hundehalterin Sabine Eschborn ist dort - inklusive Mops - Stammgast und die Wirtin hat Amy angemeldet. Amy schlägt sich tapfer im ersten Rennen und belegt vom Leinenzwang befreit den ersten Platz. In der Finalrunde muss sie sich dann allerdings der Konkurrenz geschlagen geben. „Als Belohnung gibt es aber trotzdem eine Chorizo-Wurst“, erzählt Eschborn.

Besser läuft es bei Familie Thiebes aus Egelsbach und ihrem Sir Rudolph vom Odenwald. Er dominiert das Teilnehmerfeld auf der zwanzig Meter langen Strecke und rennt gleich zweimal mopsfidel als Erster durchs Ziel. Seinen Besitzern sichert er damit 70 Euro. Dass die Möpse meist mit einer ganzen Entourage an Unterstützern anreisen, dürfte auch dem Regelwerk geschuldet sein. Mindesten zwei Begleiter sind nämlich Pflicht. Einer, der dafür sorgt, dass es keinen Frühstart gibt und ein anderer, der im Ziel steht und den Hund anfeuert. Immer klappt das nicht, aber viele Hunde wissen es abgezockt für sich zu nutzen, wenn ein Konkurrent nach dem Start wieder zurück zu Herrchen oder Frauchen rennt.

Kuriose Bilder: Mopsrennen im Offenbacher Büsingpark

Die rund 150 Gäste jedenfalls sind begeistert, verfolgen die Rennen gebannt, scheuen aber auch kritische Fragen nicht. Ob es denn eine Dopingkontrolle gebe, will ein Zuschauer wissen. Magel muss das verneinen. „Der Tierarzt hat seine kostenlose Hilfe verweigert.“ Etwas hektisch wird es, als ein Mops zwar ein Rennen gewinnt, aber disqualifiziert wird, weil er nicht korrekt angemeldet war. „Kein Mops ist illegal“, ruft die Besitzerin Laura mit ihrem Bruder. Außerdem sei die Siegesprämie schon verplant gewesen, für Mopsrennen in der ganzen Welt, ob Paris oder Los Angeles.

Hat so manche auf den ersten Blick lustig daherkommende Veranstaltung der Partei einen durchaus ernsten Hintergrund, so ist dies bei der Aktion im Büsingpark nicht der Fall. Andreas Kießling, Vize-Vorsitzender der Offenbacher „Die Partei“ erklärt: „Wir wollten zeigen, dass wir da sind und etwas für die Stadt tun. Nach der Resonanz sollten wir das Rennen fest in den Kulturkalender einbringen“ Der Vorsitzende Magel ist da ganz seiner Meinung. „Es ist hervorragend gelaufen, dafür, dass wir eher improvisiert haben. Mit diesem Widerhall hätte ich nicht gerechnet, wir werden das zur Tradition machen.“

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