Kinder probieren Instrumente aus

Musikalischer Appetithappen

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Lehrerin Andrea Löwenstein und Schüler Santino di Gloria von der Albert-Schweitzer-Schule sind begeistert vom Musikmobil.

Offenbach - Hier spielen Kinder künftig die erste Geige: Das knallgelbe Musikmobil aus Frankfurt hält nun auch in Offenbach. Eine Kooperation der beiden städtischen Musikschulen macht’s möglich. Von Eva-Maria Lill 

Violinenvirtuosen und Gitarrengötter starten bekanntlich besonders früh ihre Karrieren. Damit die Talentförderung zukünftig auch in Offenbach klappt, gibt es jetzt das Musikmobil. Der etwa 18 Meter lange Lkw gehört eigentlich der Musikschule Frankfurt. Bereits im vergangenen Jahr beschloss Leiter Christoph Hornbach, die Route des rollenden Musikzimmers auf Offenbach auszuweiten. Die Feuerprobe besteht das Gefährt gestern und heute auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule. Insgesamt 250 Schüler dürfen in Gruppen von je 25 Kindern den knallgelben Lkw betreten. Darin wartet Musikpädagogin Ulrike Winter. „Hier wird der Urspaß am Klang vermittelt“, findet die Frankfurterin. Gemeinsam mit Geigen-Lehrerin Irina Casola und dem stellvertretenden Musikschul-Chef Simon Waldvogel aus Offenbach kümmert sie sich um die Schüler.

Das Mobil ist mit einer Reihe von Saiten-, Schlag-, Tasten- und Blasinstrumenten bestückt. Von der Bratsche über den Kontrabass bis hin zur Posaune ist alles dabei. Die Kinder dürfen unter Anleitung anfassen und mitmachen. Ziel ist es, nachhaltig zu begeistern. „Wir wollen das Interesse der Kinder wecken, es aber nicht befriedigen“, schmunzelt Winter. Im Idealfall entscheiden sich die Schüler nach dem dreiviertelstündigen Appetithappen für eine kostenlose Probestunde an der Musikschule Offenbach. Der Plan geht auf, das Interesse ist groß. „Wir beobachten ganz genau. Meist sieht man schnell, ob jemand ein Instrument als Fremdkörper anfasst oder Talent besitzt. Wir geben den Lehrern auch Tipps, welches Instrument für welches Kind in Frage kommt“, erläutert die Pädagogin.

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Da werden auch schon mal neue Vorlieben entdeckt: „Ich habe Blockflöte gespielt und fand das eher langweilig“, berichtet die elfjährige Chantal aus der 5c. Im Musikmobil streichelt sie die Saiten einer Geige: „Das gefällt mir viel besser. Sie hat einen so schönen, hellen Klang.“ Der Lkw ist in Frankfurt bereits seit 2010 unterwegs. Er wurde vom Land Hessen geschenkt, die passenden Instrumente steuerten die Bürgerstiftung und die Dr.-Marschner-Stiftung bei. Zielpublikum sind vor allem Grundschulen, aber auch Kitas sowie fünfte und sechste Klassen. In Zukunft soll Offenbach häufig Haltestelle sein. In Planung ist beispielsweise ein offener Nachmittag, an dem jeder einen Blick in den Fundus werfen darf.

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