„Uniform leicht zu ersetzen, ein Leben nicht“

Polizist rettet 32-Jährigen in höchster Not aus dem Main

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Mit vollem Körpereinsatz zog der Polizist (weißes T-Shirt) den 28-Jährigen an Land.

Offenbach - Ein 32-Jähriger springt in den Main, um ein gekentertes Elektroboot herauszuholen. Er gerät in eine Strömung und wird mitgezogen. Glücklicherweise eilt ein Polizist zur Hilfe und rettet den Mann in höchster Not.

Das war Rettung in letzter Sekunde: Ein mutiger Polizist hat gestern Abend einen 32-Jährigen aus dem Main in Offenbach gerettet. Gegen 20.15 Uhr kam es in der Nähe der Carl-Ulrich-Brücke zu einer lebensgefährlichen Situation. Wie die Polizei heute Morgen auf Anfrage berichtete, war ein 32 Jahre alter Mann in den Main gestiegen, um ein gekentertes, ferngelenktes Elektroboot aus dem Wasser zu holen. „Dabei ist er in Not geraten“, sagte ein Sprecher der Polizei, ein Augenzeuge fügte hinzu: „Er ist fast ertrunken.“ Der 32-Jährige hatte offenbar die Strömung des Mains unterschätzt, ihn verließen die Kräfte. Ein letzter Versuch, sich an der Carl-Ulrich-Brücke festzuhalten, misslang. Der Mann war in die Fahrrinne für Schiffe geraten und wurde mitgezogen.

Das Foto zeigt den Polizisten samt Elektroboot sowie den geretteten 28-Jährigen. 

Glücklicherweise kam wenig später die Rettung: Zahlreiche Passanten am Ufer erkannten die missliche Lage des Mannes und meldeten dies zwei in unmittelbarer Nähe befindlichen Polizisten. Die Beamten zögerten nicht lange und schritten sofort zur Tat. Polizeikommissar Marcus Molter vom 2. Polizeirevier legte seine Schutzweste, seine Schuhe und seinen Einsatzgürtel ab und sprang vom Ufer aus in den Main. Der 30-jährige Beamte, der in seiner Freizeit auch Rettungsschwimmer ist, erreichte recht schnell den erschöpften Offenbacher und brachte ihn samt dem ferngesteuerten Elektroboot ans Ufer. Dort warteten bereits andere Rettungskräfte, die sich dann um den Offenbacher kümmerten. Keine zwei Minuten später passierte ein Schiff die Stelle des Flusses.

Die gute Nachricht des gefährlichen Vorfalls: Sowohl der 32-Jährige als auch sein Retter sind laut Angaben der Polizei in guter Verfassung. Der Offenbacher sei lediglich etwas unterkühlt, hieß es von der Polizei. Retter Marcus Molter berichtete: „Für mich war die Menschenrettung wichtiger, als nur zuzusehen und Handyaufnahmen zu machen. Dass ich mich selbst dabei in Gefahr gebracht habe, war mir schon bewusst, zumal unmittelbar danach ein Binnenschiff die Fahrrinne passierte.“ Molter ergänzte: „Eine Uniform ist leicht zu ersetzen, ein Menschenleben aber nicht“.

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dani

 

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