40 Museen zeigen ihre Schätze

„Nacht der Museen“: Schillerndes Potpourri der Kunst

+
Der Weg durch die Nacht der Museen

Offenbach/Frankfurt - „Wie viel Kunstglück passt in eine Nacht?“ Diese Frage wird am Samstag beantwortet, wenn Frankfurt und Offenbach wieder die „Nacht der Museen“ feiern.

Es ist die 17. Auflage an der sich etwa 40 Museen, Galerien und Kulturstätten beteiligen - wenn am Samstag Frankfurt und Offenbach zur „Nacht der Museen“ einladen, dann wird Kunst wieder zum Gemeinschafts-Erlebnis. 40.000 Menschen lockt das nach Veranstalterangaben „schillernde Potpourri der Kunst“ alljährlich in die Musentempel der beiden Städte. Geboten wird ihnen auch dieses Jahr wieder ein buntes Programm mit Kunst, Musik, Tanz, Lesungen und und und. Das Motto lautet: Kunst erkunden, entdecken und erleben!

Offenbach

Drei Offenbacher Häuser sind dabei: das Ledermuseum an der Frankfurter Straße, das Haus der Stadtgeschichte an der Herrnstraße sowie das nur wenige Meter davon entfernte Klingspor Museum und alle drei gemeinsam haben „ein Ereignispaket“ geschnürt, das den Weg lohnt“, wirbt Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums, für Offenbach.

Ledermuseum

Gut die Hälfte seiner insgesamt 30 000 Objekte umfassenden Sammlung präsentiert das Ledermuseum normalerweise in seiner Ausstellung. Nun gibt es Neues zu entdecken: die Mitarbeiter verraten den Besucher am Samstag, welches des vielen Exponate ihr „Lieblingsstück“ ist. Neben Führungen gibt es Filme, Musik und Tanz. Der Rock´n Roll Club Jeunesse Offenbach tanzt mit den Besuchern Lieblingstänze, die Jazzer Jochen Kessler und Doro Ignatz spielen Lieblingsstücke des Publikums und die Etagerie bietet kulinarische Lieblingsstücke. Dazu gibt es eine „Reise um die Welt“ mit 6000 Jahren Ledergeschichte.

Haus der Stadtgeschichte

Mit einem aktuellen Thema können sich die Besucher im Haus der Stadtgeschichte auseinandersetzen. „Nach dem Fest das Fest“ ist eine Zeitreise durch Europa auf den Spuren von Migration und Deportation. In den Ausstellungsräumen an der Herrnstraße verläuft ein Gleis mit 36 Bohlen, die für Haltestellen stehen. An ihnen präsentieren die Künstler Katharina Eismann und Hagen Bonifer Lyrik und Musik. Großformatige Gemälde von Bonifer reihen sich in die Installation ein. Kuratorin und Künstlerin Katja M. Schneider bittet die Gäste zum „Stempelexperiment in die grafische Werkstatt, um Büchners „Hessischen Landboten“ traditionell mit einer Buchpresse zu drucken. Punkt Mitternacht führt Museumschef Jürgen Eichenauer persönlich durchs Haus.

Klingspor Museum 

Vom Drucken ist es nur ein Katzensprung zur Schriftkunst, das Klingspor Museum liegt vis à vis und widmet sich in der Nacht der Museen der Nacht. Martina Weiß präsentiert ausgewählte Buchschätze „von Rabenschwarz bis Mondhell“, Zur „Nachtschicht“ bittet die Offenbacher Agentur Grafische Allianz U9, an deren Ende ein Magazin „Nachtgestalten“ stehen soll. Olaf Joksch und Yumiko Noda spielen, passend zur Nacht, klassische Serenaden. Und Museumsleiter Soltek persönlich entlässt die Gäste wieder in die Nacht mit einer Lesung von Käthe Steinitz’ Kinderbuch „Billy Billy geht zu Bett...“

Frankfurt

Die Auswahl ist wie immer riesig. Die großen Museen der Stadt bieten: In einer großen Sonderschau zu Joan Miró zeigt die Schirn bedeutende Malerei des 20. Jahrhunderts. Das Museum Angewandte Kunst begibt sich mit „The Happy Show“ von Design-Ikone Stefan Sagmeister auf die Suche nach dem Glück, und im Städel lädt die Maniera-Ausstellung zum Erkunden des Florenz der Medici ein. Hauptwerke von Marcel Duchamps, Andy Warhol und Claes Oldenburg haben ihren Weg aus Tate Modern, Centre Pompidou und MMK 1 in „Das imaginäre Museum“ gefunden und sind im MMK 2 (Taunustor 1) zu entdecken. Bei der EY-Benefizaktion im Museum Angewandte Kunst kann wieder junge Kunst ersteigert werden. Auch der Kaisersaal im Römer öffnet seine Pforten. Wo sich sonst Fußball-Helden oder die Queen bei ihren Frankfurt-Besuchen tummeln, erhalten Nachtschwärmer einen Einblick in die spannende Geschichte des Schmuckstücks der städtischen Räumlichkeiten.

Dirty Dancing, Flashdance und Footloose zum Mittanzen und eine bunte Disco-Diva-Karaoke-Show erwecken im Museum für Kommunikation die 80er Jahre zum Leben. Im Historischen Museum ist Schauspieler Walter Renneisen witzig-pointiert auf der Suche nach hessischer Kultur, während die Bluebox im Filmmuseum Besucher in die Kulissen von Forrest Gump & Co befördert und zum Posen für ein Foto mit den Filmhelden einlädt. Wer glaubt Jedi-Mächte zu besitzen, kann dies im Experiminta ScienceCenter erproben. Im Goethe-Haus treten die Offenbacher Hip-Hopper „Ohne Fronten auf. Das Senckenberg-Museum lädt zum Quiz mit „schrägen Professoren“ und in Zoo sind selten beliebte Zeitgenossen die Stars der Nacht: Insekten! Experten laden zum Hinschauen, Hinhören, Berühren und sogar zum Kosten der artenreichen Krabbeltiere ein. Apropos: Zoo: Im Zoo-Gesellschaftshaus kann der Marché de Nuit besucht werden. Beim Nachtmarkt verkaufen Künstler und Designer Accessoires, Mode, Vintage und Deko-Artikel.

Impressionen von der „Nacht der Museen“ 2016

Abseits von den großen Besucherströmen versprechen ausgewählte Führungen besondere Einblicke. So lassen Mitarbeiter der Bahnhofsmission die Sozialgeschichte der Stadt bei einem historischen Rundgang im und unter dem Hauptbahnhof lebendig werden. Wer eine Taschenlampe und festes Schuhwerk dabei hat, kann die Fischergewölbe erkunden. Die liegen unter der Straße, die über die Alte Brücke führt, und sind reich an kuriosen Geschichten. Am Justitiabrunnen auf dem Römerberg ist der Treffpunkt für diejenigen, die immer schon mal wissen wollten, welche Figuren in der Altstadt auf uns niederschauen.

Höchst

Einer, wenn nicht der diesjährige Höhepunkt: Der Bolongaropalast in Höchst öffnet zum letzten Mal vor der großen Sanierung zur Nacht der Museen seine Pforten. Während die Fassade des Palasts in einem Lichtspiel erstrahlt, liest innerhalb der historischen Mauern Kabarettist Michael Quast von kauzigen Originalen. Feinschmecker können im Porzellan Museum römische Weine kosten, zugleich erfahren modebewusste Damen mehr über die Trends zu Zeiten Marie Antoinettes. Das Gelände des Höchster Schlosses lässt sich bei Taschenlampenführungen erkunden, während in der historischen Justinuskirche eindrucksvoller Chorgesang erklingt.

ad

Kommentare