Den Widerstand gebrochen

Mietwohnungen in Nordend: Nassauische Heimstätte investiert 28 Millionen Euro

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Der Rohbau steht: Mit zahlreichen Gästen feierte die Nassauische Heimstätte gestern Richtfest im Nordend.

Offenbach - Weitere Aufwertung für das Nordend: Die Nassauische Heimstätte (NH) baut auf dem Gelände des ehemaligen Armaturen-Herstellers Jado 125 frei finanzierte Mietwohnungen. Gestern war Richtfest. Von Matthias Dahmer 

Die Wohnungen mit insgesamt 10.000 Quadratmetern Wohnfläche entstehen in sechs Gebäuden zwischen Bettina-, Taunus und Andréstraße in unmittelbarer Nähe des neuen Hafenviertels. Die NH investiert in das Neubauprojekt knapp 28 Millionen Euro, im Sommer des nächsten Jahres sollen die ersten Mieter einziehen. Der Mietpreis liegt etwa bei 9,25 Euro pro Quadratmeter und damit rund einen Euro unter den sonst im Nordend üblichen Preisen für Neubauvermietungen, wie Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der NH, betonte. Die Größen der Wohnungen reichen von rund 30 Quadratmetern bis hin zu 125 Quadratmetern. Es entstehen acht Ein-, 65 Zwei-, 46 Drei- und sechs Vier-Zimmer-Wohnungen. In einer Tiefgarage werden 103 Stellplätze geschaffen. Hinzu kommen Grün- und Spielflächen.

So sollen die sechs Gebäude mit insgesamt 125 Mietwohnungen aussehen, wenn sie im Sommer 2017 bezugsfertig sind. Die Neubauten, für die gestern Richtfest gefeiert wurde, entstehen im Nordend auf dem ehemaligen Gelände der Firma Jado zwischen Bettina-,Taunus- und Andréstraße, die unten links zu sehen ist.

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider konnte gestern seine Genugtuung darüber nicht verbergen, dass die in Frankfurt ansässige NH nun auch in Offenbach neue Wohnungen baue. Er erinnerte an jahrelangen „zähen Widerstand“ des Unternehmens, in den Wohnungsbau in Offenbach zu investieren. Schneider vermutete, sein Frankfurter Amtskollege Peter Feldmann, der ebenfalls zu den Richtfest-Gästen gehörte, habe im NH-Vorstand wohl Druck gemacht. Die Stadt Frankfurt ist nach dem Land Hessen zweitgrößter Gesellschafter der Nassauischen.

Schneider blickte auch darauf zurück, dass die ursprünglichen Eigentümer das Jado-Gelände zunächst an ein mittelständisches Unternehmen aus dem südwestdeutschen Raum verkauften, das auch den Bauantrag für die Wohnungen stellte und erhielt. Die Nassauische habe diesem Erwerber dann das Gelände samt genehmigtem Bauantrag abgekauft. Mit Blick auf die angebotenen Wohnungsgrößen sprach Horst Schneider von einer „Super-Mischung“. Der Mietpreis sei zwar nicht billig, im Vergleich zu Frankfurt aber immer noch günstig. Dass es sich bei den Wohnungen um frei finanzierte und nicht um geförderte handelt, hält der Verwaltungschef angesichts der Sozialstruktur im Nordend für die richtige Entscheidung.

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

Zum Teil sozialen Wohnungsbau plant die Nassauische auf einem Gelände zwischen Gustav-Adolf- und Gabelsbergerstraße, das die Stadt dem Unternehmen verkauft hatte. Die NH wird dort etwa 60 Wohneinheiten errichten, die Planungen steckten aber erst in den Anfängen so Schneider. Grundsätzliches zum Erfordernis, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, kam von Frankfurts Stadtoberhaupt Feldmann. Das Wachstum in der Region erfreue alle, aber man benötige 180.000 neue Wohnungen. Menschen auf Wohnungssuche seien Gemarkungsgrenzen egal, weshalb kein Weg an der Kooperation der Kommunen vorbei führe. Die Rivalitäten zwischen Offenbach und Frankfurt bezeichnete Feldmann als „Folklore“, welche die beiden Städte aber nicht an der verstärkten Zusammenarbeit hindern solle.

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