Projekt für 24,5 Millionen Euro geplant 

Neubau der Fröbelschule kommt

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Unzumutbare Zustände an der Fröbelschule: Unser Archivbild zeigt, wie die Schüler, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, in Zweierreihen darauf warten, mit dem Aufzug nach oben gebracht zu werden.

Offenbach - Ein Ende der unzumutbaren Zustände an der Fröbelschule ist absehbar: Die Stadt baut für 24,5 Millionen Euro die Förderschule neu. Standort ist das seit rund zehn Jahren brach liegende Areal des ehemaligen sozialen Brennpunkts Im Eschig. Von Matthias Dahmer 

Im März 2022 soll der Neubau bezugsfertig sein. 115 zum Teil mehrfach schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche, davon 22 die auf den Rollstuhl angewiesen sind, besuchen derzeit die Fröbelschule im Nordend. Prognosen gehen davon aus, dass es in fünf Jahren 135 Schüler und bis 2025 148 sein werden, wobei der Anteil der Rollstuhlfahrer steigt. Das über verschiedene Geschosse und Ebenen gegliederte Bestandsgebäude an der Goethestraße, das wird seit Jahren beklagt, genügt in keinster Weise den Anforderungen an die besondere Betreuung der Schüler. Eine einst angedachte Sanierung für 7,7 Millionen Euro wurde von der Stadt deshalb auch wieder verworfen. Am Mittwoch fasste die Stadtregierung nun den Grundsatzbeschluss für einen Neubau, zu dem gestern Details präsentiert wurden: Die neue Fröbelschule soll auf rund 10.000 Quadratmetern zwischen der Mühlheimer Straße und der Straße Im Eschig entstehen, wo bis vor etwa zehn Jahren fünf Wohnblöcke aus den 1950er-Jahren standen. Bei dem städtischen Gelände, das außerhalb des Lärmschutzbereichs des Flughafens liegt, handelt es sich um eine rechteckige Fläche, die an der Mühlheimer etwa 185 Meter lang und Richtung Im Eschig 50 bis 60 Meter breit ist.

Geplant ist ein maximal zweistöckiger Schulbau mit angegliederter Turnhalle und Lehrschwimmbecken, in dem einerseits Therapie für die Fröbelschüler stattfinden kann, in dem andererseits aber auch die Kinder anderer Grundschulen Schwimmunterricht erhalten sollen. Die Stadt verfügt derzeit über kein eigenes Lehrschwimmbecken, sondern nutzt seit 1993 das Bad in der Marienschule. „Die Nutzungsvereinbarung der Stadt mit dem Träger der Marienschule, dem Bistum Mainz, könnte durch den Neubau aufgehoben werden und somit könnten Kosten für Betrieb und künftig notwendige Instandhaltungsmaßnahmen eingespart werden“, heißt es im Grundsatzbeschluss. Wegen des großen Einzugsgebiets der Fröbelschule und dem Umstand, dass fast alle Kinder mit dem Auto gebracht werden müssen, wird die Lage des Neubaus als ideal angesehen.

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Etwa 1,5 Millionen Euro der vorgesehenen Bausumme sind für die Herrichtung des Grundstücks insbesondere für die Räumung von Kampfmitteln vorgesehen. Die Auswertung von Kriegsluftbildern hatte ergeben, dass das Gelände Bombenabwurfgebiet war und sich dort Flakstellungen befanden. Der Neubau erfordert aufgrund des Auftragsvolumens eine europaweite Ausschreibung und soll – ähnlich wie bei der Hafenschule – im Wege eines planerischen Wettbewerbs umgesetzt werden. Oberbürgermeister Horst Schneider und Anna Heep, Chefin des städtischen Hochbauamanagements, legen Wert auf die Feststellung, dass ein Wettbewerb im Vergleich zum üblichen Verfahren weder zeit- noch kostenintensiver sei. Sie betonen das, weil die neue Tansania-Koalition laut Schneider angekündigt hat, trotz eines einstimmigen Magistratsbeschlusses in Sachen Wettbewerb eine Änderung einbringen zu wollen.

Den Grundsatzbeschluss zur Fröbelschule fasst das Stadtparlament am 7. Juli. Umzugstermin in das neue Gebäude soll nach vierjährigem Planen und Vorbereiten sowie einer etwa zweijährigen Bauzeit in den Osterferien 2022 sein. Horst Schneider hob hervor, das Projekt sei „etwas ganz Besonderes“. Baue doch eine Schutzschirm-Stadt eine Schule für behinderte Kinder, was als  „zivilisatorischer Fortschritt“ zu werten sei. Der Verwaltungschef wies zudem darauf hin, dass das Vorhaben verwirklicht werde, ohne dass andere Schulbausanierungen nach hinten verschoben werden müssten. Anna Heep ergänzte, hessenweit sei das Neubau-Projekt derzeit einmalig.

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