Vier Mehrfamilienhäuser

Neue Nutzung für Parkdeck an Bahnhofstraße

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Oberbürgermeister Horst Schneider freut das Projekt: „Damit verschwindet eine Endmoräne der autogerechten Stadt.“

Offenbach - Der Bauantrag ist bereits eingereicht: Das innerstädtische Areal mit dem Parkdeck aus den 70er-Jahren erfährt eine neue Nutzung. Im Frühjahr soll Baustart sein für vier Mehrfamilienhäuser.

Es ist ein Bauprojekt in zentraler Lage, das nicht nur unsere Leser eifrig diskutierten:  Das Parkdeck an der Bahnhofstraße soll Platz machen für eine Wohnbebauung. Da hieß es schon mal geringschätzend: „Der Aspekt der Veränderung ist schließlich nicht automatisch gleichzusetzen mit gelungener Stadtplanung. “ Und im Stadtparlament ereiferte sich der CDU-Stadtverordnete Dominik Mangelmann: „So macht man keine Stadtreparatur, sondern die Stadt kaputt!“ Er fand damit keine Mehrheit. Mittlerweile ist der Bauantrag eingereicht.

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Keine Frage: Es tut sich was an der Berliner Straße – und zwar mittendrin. Die Elischer GmbH & Co. KG entwickelt vier „zeitgemäße Wohngebäude“, formuliert das städtische Presseamt, vor der Kreuzung Berliner und Kaiserstraße – dort, wo sich derzeit das Parkdeck Bahnhofstraße befindet. Der Bauantrag wurde inzwischen eingereicht und nach „produktiven Planungs- und Abstimmungsprozessen“ soll das Vorhaben nun umgesetzt werden. Bis 2017 entstehen auf dem 3300 Quadratmeter großen Areal 90 Wohnungen (ursprünglich: 72) mit modernen Grundrissen auf einem sogenannten Sockelgeschoss.

Die Pläne für die neuen Wohngebäude ermöglichen nach Einschätzung von Markus Eichberger, Leiter des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement „qualitätsvolles Wohnen in urbanem Umfeld“. Die zentrale Lage zwischen Büsingpark, den städtischen Museen, der Fußgängerzone und den nahegelegenen S-Bahn-Stationen entspreche dem zeitgemäßen Bedürfnis vieler Menschen, wieder in der Stadt zu wohnen. Vor diesem Hintergrund bezeichnet der Projektentwickler Reiner Elischer das Vorhaben als „Mitte 160 – Rundum Stadt“.

Die Architekten und der Projektentwickler von „Mitte 160“ sind sich der besonderen städtebaulichen Verortung bewusst. „Uns geht es darum, eine passgenaue Lösung zu entwickeln, die sich auf dem Platz nicht nur gut einfügt, sondern dem Stadtbild neue Akzente verleiht“, sagt Axel Krück vom Architektenkontor Faller & Krück (in Offenbach verantwortlich für den Discounter-Neubau Arthur-Zitscher-Straße mit seiner markanten Klinkerfassade). Vor diesem Hintergrund stehe auch die Gestaltung und Begrünung der Umgebung im Fokus. Durch das Mitwirken eines Baumgutachters wurden die beiden bestehenden Platanen an der Bahnhofstraße von Anfang an berücksichtigt, damit diese geschützt bleiben. Mit Hilfe von Wurzelsuchschachtungen konnte der Baumbestand in die Planung der Gebäude einbezogen und so dessen Erhalt sichergestellt werden.

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„Doch nicht nur die Bahnhofstraße wird profitieren“, sagt Reiner Elischer, „sondern auch die Berliner Straße.“ Die Baumreihe, die gegenwärtig an der Ecke Berliner / Luisenstraße endet, soll entlang des Grundstücks um große Bäume erweitert werden. Diese Erweiterung kompensiert die Fällmaßnahmen an der Bahnhofstraße. Die Neugestaltung der Grünflächen erarbeitet der Projektentwickler in enger Abstimmung mit Umweltamt und Stadtplanung.

Im Sommer dieses Jahres werden die konkreten Baumaßnahmen mit dem Abriss des Parkdecks eingeleitet. Der Bauplan sieht vor, dass die ersten Bewohner Anfang 2017 einziehen. Über den Vermarktungsbeginn wird die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert. 

mk

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