Abriss und Neubau am Stadtkrankenhaus

Drei Monate lang Umwege

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An der Nordseite des Klinikneubaus wird eine Baustelle eingerichtet. Vom Starkenburgring aus wird der Zugang bis Ende Mai beschwerlicher. Sana lässt die alte Wäscherei und die frühere Strahlenklinik abreißen und eine Brücke bauen.

Offenbach - Patienten, Besucher und Mitarbeiter des Sana-Klinikums müssen sich umstellen: Abrisse und ein Anbau verwandeln das Gelände teilweise in eine Baustelle. Von Thomas Kirstein 

An der Nordseite des Klinikneubaus gehen die Bagger in Position. Arbeiter stellen Zäune an der Grünfläche auf. Es muss Platz gemacht werden für eine umfangreiche Baustelleneinrichtung, für Kräne, Materialien, Gerätschaften. Ab kommenden Monat heißt es für viele, die mit dem Krankenhaus zu tun haben, sich umzuorientieren. Gewohnte, bequeme Wege stehen vorübergehend nicht zur Verfügung.  Abriss und Neubau liegen an beim ehemaligen Offenbacher Stadtkrankenhaus. Verschwinden werden die mit C und D bezeichneten Gebäude zwischen dem ehemaligen Bettenhaus und dem Erich-Rebentisch-Zentrum: Das sind die ehemalige Wäscherei und die frühere Strahlenklinik. Die Arbeiten blockieren einen gern genutzten Fußweg vom historischen Komplex zum Neubau. Sana-Pressemitarbeiterin Marion Band bedauert Kollegen, denen eine halbe Umrundung des Klinikgeländes zugemutet werden muss.

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Für in Privatwagen oder Taxis ankommende gehbehinderte Patienten wird es ebenfalls weniger komfortabel. Der vom Starkenburgring aus direkt anzufahrende Nebeneingang an der Nordseite – laut Marion Band der am stärksten genutzte – ist ab Montag von der Baustelleneinrichtung blockiert und wird geschlossen. Bis dorthin kann zwar noch gefahren werden, aber dann geht es nur noch zu Fuß oder im Rollstuhl über den etwa 50 Meter entfernten (und weiterhin vom Parkhaus an der Sprendlinger Landstraße zu erreichenden) Haupteingang. Wendemöglichkeiten für Autos gibt es an der Nordseite keine mehr. Für Feuerwehr und Lieferanten ändert sich allerdings nichts.

Patienten des Dr.-Rebentisch-Zentrums betroffen

Einen langen unterirdisch wirkenden Weg müssen Personal und Patienten derzeit zurücklegen. Die Zeiten sind bald vorbei.

Patienten und Besucher des Dr.-Rebentisch-Zentrums sind ebenfalls betroffen; sie kommen nur noch vom Eingang am Starkenburgring aus rein. Den Neubau erreichen sie auch über den sehr langen Verbindungsgang unterhalb des alten Zentralbaus. Diese provisorische und umständliche Verbindung zwischen Alt- und Neubau hat als wichtigste Verbindung bald ausgedient und wird zurückgebaut. Sana hat sich für einen Brückenschlag entschieden: Neu gebaut wird ein über dem Hof schwebender, überdachter Gang, der im Obergeschoss des Rebentisch-Zentrums seinen Ausgang nimmt und in der ersten Etage der Neubau-Nordseite mündet.

Der Abriss der Gebäude C und D weist in die Zukunft. So entsteht Platz für eine neue Zufahrt von der Sprendlinger Landstraße aus, die jedoch erst gebaut werden kann, wenn der frühere Zentralbau, das Bettenhaus, dem Erdboden gleichgemacht werden kann. Dafür hatte nicht nur das Geld gefehlt, als das Klinikum noch städtisch war: Es tat sich auch keine Alternative für die dort untergebrachte Krankenhaus-Apotheke auf.

Eine solche war bei den Planungen für den 2010 eingeweihten Neubau nicht vorgesehen gewesen, weil Stadt und Geschäftsleitung von einem gemeinsamen Logistikzentrum träumten, an dem sich die Krankenhäuser in Wiesbaden, der Wetterau und Frankfurt-Höchst beteiligen sollten. Das Projekt scheiterte, als die Partner nacheinander absprangen.

Apotheke wird neu gebaut

Inzwischen hat sich Sana für den Neubau einer Apotheke entschieden. Wohin das Gebäude kommt, steht noch nicht fest. Die Fertistellung ist aber schon für Ende 2016 vorgesehen. Bis dahin wird der vierzehnstöckige Betonklotz leer geräumt und könnte anschließend niedergelegt werden.

Die Geschäftsführung des Sana-Klinikums hat also die Grundsatzentscheidung getroffen, dass die Patientenversorgung weiterhin durch eine eigene Krankenhausapotheke gesichert sein soll. Geschäftsführer Sascha John nennt das „richtungsweisend“ und sagt: „Wir beginnen mit den eigentlichen Planungen für einen Neubau, aber auf welchem Teil des Geländes die neue Apotheke errichtet wird, steht leider noch nicht fest.“

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Laut John will sich das Klinikum mit einer eigenen Apotheke eine optimale pharmazeutische Logistik für Arzneimittel und medizinische Verbrauchsgüter sichern. Zudem sollen die vielfältigen Ansprüche eines sehr komplexen Klinikums an eine Arzneimittelversorgung „auf höchstem Niveau“ erfüllt werden.

Denn die Unabhängigkeit von externen Anbietern sichere Sana eigenständige therapeutische und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Apotheke mit ihrem 20-köpfigen Team unter Leitung von Dr. Antje Kneisel, so Geschäftsführer John, sorge für eine „kompetente, reibungslose und qualitativ hochwertige Versorgung“ des Sana-Klinikums Offenbach.

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Kommentare

Mainpaddler
(1)(0)

@ op-online / OFFENBACH-POST:
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Noch was zum Thema "Umbau":
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Das Geschäftshaus "Marktplatz 1 in Offenbach, das kürzlich zur Zwangsversteigerung anstand und Thema in der OP war,
wird derzeit entkernt.
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Lt. Hörensagen soll was in Richtung "Hotel" draus werden; jedenfalls gibt´s wohl eine Anfrage an das Sozialamt, ob Interesse an einer Unterbringung bestünde . . . .
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Was weiß die OP?